Verspätete Ostereier-Suche: Eintracht mit Dusel-Punkt in Wolfsburg

Wolfsburg - Das Europa League-Wunder gegen Benfica Lissabon noch nicht richtig verdaut, hieß es für Eintracht Frankfurt schon wieder volle Konzentration auf die Fußball-Bundesliga und das wichtige Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. Immerhin kamen die Adlerträger dem Sprung in die kommende Champions League-Saison etwas näher.

Verspätete Eier-Suche kurz nach dem Anpfiff. Aus Protest gegen die Montagsspiele warfen die Zuschauer bunte Ostereier aufs Feld. Auch Eintracht-Stürmer Goncalo Pacienca (Re.) half beim Aufsammeln.
Verspätete Eier-Suche kurz nach dem Anpfiff. Aus Protest gegen die Montagsspiele warfen die Zuschauer bunte Ostereier aufs Feld. Auch Eintracht-Stürmer Goncalo Pacienca (Re.) half beim Aufsammeln.  © DPA

Doch um diesem gewaltigen Ziel einen Schritt näher zu kommen, musste die Volkswagen Arena im Montagsspiel zunächst einmal eingenommen werden. Dieses Spektakel wollten sich 26.102 Zuschauer - die die erste Halbzeit aus Protestgründen gegen die Montagsspiele weitestgehend stillschweigend verbrachten - nicht entgehen lassen.

Beim 1:1 (0:0)-Remis im Duell der Europa-Aspiranten brachte Jonathan de Guzmán die Eintracht in Führung (78.). John Anthony Brooks glich für die Wölfe aus (90.).

SGE-Coach Adi Hütter vertraute im Gegensatz zum Europa League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Benfica auf zwei neue Gesichter in der Startelf. So kamen Goncalo Paciencia und Lucas Torro für den gesperrten Gelson Fernandes und den leicht angeschlagenen Ante Rebic (Wadenprobleme) in die Anfangsformation.

Und kaum hatte Schiedsrichter Marco Fritz angepfiffen, musste prompt die erste Unterbrechung her. Der Grund - es regnete es Eier! Als Protest gegen die Montagsspiele und passend zur Osterzeit warfen die Fans bunte Ostereier auf den Rasen.

Nach drei Minuten intensivster Ostereier-Sammelei kam das runde Leder wieder in Bewegung. Reichlich brenzlig wurde es erstmals vor dem Kasten der Gäste: Yannick Gerhardt leitete einen Angriff über links ein und spielte das Leder in den Strafraum, wo Daniel Ginczek zunächst intelligent durchlaufen ließ.

Zwar war Eintracht-Keeper Kevin Trapp nach dem Abschluss des freistehenden VfL-Topscorers Wout Weghorst bereits geschlagen, Makoto Hasebe hatte jedoch etwas gegen einen frühen Rückstand und klärte heldenhaft auf der Linie (10.).

Frankfurts Mittelfeld-Fighter Sebastian Rode (Li.) im Zweikampf mit Wolfsburgs William.
Frankfurts Mittelfeld-Fighter Sebastian Rode (Li.) im Zweikampf mit Wolfsburgs William.  © DPA

Über diese durchaus sehenswerte Torgelegenheit für die Platzherren gestaltete sich die Partie in den ersten 20 Minuten recht ausgeglichen, die Zuschauer sahen zwei Teams, die durchaus den Weg nach vorne suchten.

Erst mit einiger Verspätung gab es aber doch noch einen halbwegs vernünftigen Angriff der Adlerträger: Über Mijat Gacinovic und Sebastian Rode landete das Spielgerät letztlich bei Luka Jovic, der aber von zwei VfL-Verteidigern erfolgreich am Schuss gehindert wurde (29.).

Nach einer kurzen Verschnaufpause wieder etwas mehr Action vor den Toren: Per Kopf versuchte erst Paciencia sein Glück, zielte aber deutlich daneben. Im direkten Gegenzug zog Wolfsburgs Admir Mehmedi aus spitzem Winkel in Richtung Frankfurter Tor ab, Trapp parierte jedoch souverän (jeweils 34.).

Und schon kurze Zeit später stand der Nationalkeeper erneut im Fokus, nachdem er einen tollen Schuss von Weghorst mit katzenartigen Reflexen entschärfte (36.). Danach versuchte sich die SGE mit einem schnellen Gegenangriff über Kostic, der seinen Distanzschuss jedoch rechts am Gehäuse vorbei setzte (37.).

Dass auch Wolfsburgs Schlussmann Pavao Pervan etwas auf dem Kasten hat, bewies der Österreicher im Duell mit Paciencia, der mit seinem wuchtigen Kopfball nach einer Rode-Flanke an Pervan scheiterte (40.) - vor dem Pausenpfiff wollten es die Teams scheinbar nochmal wissen, am Ergebnis änderte sich bis zum Kabinengang jedoch nichts.

National-Torhüter Kevin Trapp konnte den verdienten Ausgleich der Wölfe nicht verhindern.
National-Torhüter Kevin Trapp konnte den verdienten Ausgleich der Wölfe nicht verhindern.  © DPA

Mit deutlich mehr Lärm von den Rängen und unverändertem Personal ging es dann in den zweiten Durchgang. Gewaltig Dusel hatte die Eintracht nach einem Kopfball-Kracher von Robin Knoche, der nur die Unterkante der Latte traf und klar vor der Torlinie aufprallte (57.).

Kurz darauf rettete schon wieder das Aluminium für die Gäste. Ein satter Distanzschuss von Maximilian Arnold knallte lediglich an den Pfosten (64.) - die Hessen taumelten in dieser Phase der Partie gewaltig. Für mögliche Entlastung sollte dann ein Doppelwechsel sorgen: Rebic und de Guzmán ersetzten Jovic und Rode (69.).

Chancen für die Eintracht nach Wiederanpfiff fehlen an dieser Stelle keineswegs aus mangelnder Sympathie, viel eher schaffte es die SGE in keinster Weise gefährlich vor dem Tor von VfL-Torhüter Pervan aufzutauchen, während die Wölfe das Spielgeschehen weitestgehend beherrschten.

Die Gäste strapazierten währenddessen weiterhin ihre Glücksfee. Diesmal wurde ein weiterer Arnold-Fernschuss zur Zitterpartie für Trapp, der das Leder mit viel Fortune weg fausten konnte. Und als wohl niemand mehr einen Heller auf die Gäste gesetzt hätte, schlug der eingewechselte de Guzman zu, der einen abgefälschten Kostic-Schuss aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung nutzte (78.).

In der Folge verteidigten die Mannen vom Stadtwald ihre Führung mit Mann und Maus - doch es nützte nichts. Kurz vor dem Anpfiff glich Brooks zum verdienten 1:1 nach Vorarbeit von Felix Klaus aus (90.).

Für die Eintracht wird der Saison-Endspurt nicht leichter. Am Samstag (27. April/15.30 Uhr) empfängt die Hütter-Truppe Hertha BSC, ehe am Donnerstag (2. Mai/21 Uhr) das Hammer-Heim-Hinspiel im Europa League-Halbfinale gegen den FC Chelsea steigt.

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