Vor Euro-League-Start: So verzweifelt bettelt der VfL Wolfsburg um Zuschauer

Wolfsburg - Am 6. April 2016 gab es das letzte internationale Heimspiel für den VfL Wolfsburg. 2:0 gewann man damals gegen das große Real Madrid. Trotz des Sieges schied man sechs Tage später nach einem 0:3 im Estadio Santiago Bernabeu aus. Nun, fast dreieinhalb Jahre später, heißt es endlich wieder Europa - doch das Interesse ist ähnlich spärlich, wie die Attraktivität des Gegners.

Bilder aus längst vergangenen Tagen - Maxi Arnold nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Real Madrid gemeinsam mit Vorbereiter Bruno Henrique und Abwehrspieler Vierinha.
Bilder aus längst vergangenen Tagen - Maxi Arnold nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Real Madrid gemeinsam mit Vorbereiter Bruno Henrique und Abwehrspieler Vierinha.  © Carmen Jaspersen/dpa

Nach zwei Seuchen-Jahren, in denen man sich jeweils nur über die Relegation in der Bundesliga halten konnte, wurde man in der vergangenen Spielzeit relativ überraschend Tabellen-Sechster - bedeutet: Internationales Geschäft!

Und auch diese Saison lief bislang wirklich ordentlich. Noch ungeschlagen und mit acht Punkten aus vier Spielen ist man zumindest auf Kurs, im DFB-Pokal musste man zwar beim Drittligisten Hallescher FC nachsitzen, kam aber dennoch mit einem blauen Auge und einem 5:3-Erfolg nach 120 Minuten eine Runde weiter.

Nun heißt es also: Auf nach Europa! Doch so abenteuerlich das alles klingt, desto ernüchternder sind sowohl die bisherigen Ticket-Verkäufe als auch der Gegner PFK Olexandrija.

Wer? PFK Olexandrija! Die Zentral-Ukrainer sind letztes Jahr hinter Meister Schachtar Donezk und Rekordmeister Dynamo Kiew als dritter ins Ziel gekommen - bedeutet auch für sie Europa-League.

Für das deutsch-ukrainische Duell wurden bislang ganze 10.000 von 26.000 zu verkaufenden Karten an den Mann gebracht. Auch wenn die Wölfe jetzt nicht unbedingt für ihre enorme Fan-Base bekannt sind, ist diese Zahl dennoch etwas ernüchternd. Aufbruchstimmung und Lust auf Europa sehen irgendwie anders aus.

Mit Bier und Humor gegen leere Ränge?

Für Donnerstagabend sind um die 10 Grad in der Autostadt angesagt. Sollten die Ränge so leer bleiben, muss man sich wohl etwas wärmer anziehen.
Für Donnerstagabend sind um die 10 Grad in der Autostadt angesagt. Sollten die Ränge so leer bleiben, muss man sich wohl etwas wärmer anziehen.  © Carmen Jaspersen dpa/lni

Der Autostadt-Klub selbst nimmt das Ganze (Trauer)Spiel mit Humor und gibt via Twitter noch einmal richtig Gas. Der Werbemotor wurde extra noch einmal angeworfen und man versucht die Fans mit Bier und viel Platz in die Volkswagen-Arena zu locken. "Auch wenn das Stadion morgen nicht voll sein wird, ihr habt die Chance dazu - Im Gegensatz zum letzten internationalen Auftritt, darf wieder alkoholisches Bier ausgeschenkt werden. Prost!".

Und auch für all diejenigen, die mit Platzangst zu kämpfen haben, bietet der deutsche Meister von 2009 eine (einmalige) Chance: "Liebe Klaustrophobiker, Platz ist noch genug vorhanden", heißt es in einem weiteren Tweet.

Vielleicht sollte man das Ganze tatsächlich einfach auch mit Humor nehmen, wenngleich Mittelfeld-Akteur Josuha Guilavogui (28) versucht, sich das alles entäuschtermaßen mit sachlichen Erklärungsversuchen schön zu reden: Im Hinblick auf die Anstoßzeit unter der Woche (21 Uhr), ist es für viele Arbeitnehmer beim VW-Konzern schlicht zeitlich nicht zu schaffen, da ihre Schicht bis 22.30 Uhr geht - "Man kann es verstehen", so der Franzose.

Beim letzten europäischen Heimspiel gegen den späteren Champions-League-Sieger aus Madrid hießen die Torschützen im Übrigen Ricardo Rodriguez (inzwischen AC Mailand) und Maximilian Arnold. Letzterer ist neben Guilavogui der Einzige aus der damaligen Stammformation, der noch heute als aktiver Spieler bei den Wölfen dabei ist.

Muss Josuha Guilavogui am Ende selbst noch für die Stimmung auf den Rängen sorgen?
Muss Josuha Guilavogui am Ende selbst noch für die Stimmung auf den Rängen sorgen?  © Swen Pförtner/dpa -

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