TAG24-Bundesliga-Analyse: Mit dem VfL Wolfsburg ist zu rechnen!

Wolfsburg - Klasse Neuzugänge für das Rudel! Der VfL Wolfsburg hat sich im Sommer gezielt verstärkt und dabei nicht einen Stammspieler abgegeben. Mit den "Wölfen" muss im Kampf um Europa zu rechnen sein.

Der Top-Transfer

Powerfußballer Xaver Schlager kam für 15 Millionen Euro von Red Bull Salzburg. Der 21-jährige österreichische Nationalspieler gewann bereits vier Mal (!) die Meisterschaft und konnte auch die Trophäe der Youth League in die Höhe stemmen, an der er mit zwei Toren und zehn direkten Vorlagen in neun Spielen großen Anteil hatte.

Der zentrale Mittelfeldmann ist ein Dauerläufer, der mit seiner Mentalität und Präsenz beeindruckt, aber auch gute strategische Fähigkeiten besitzt und kaum Fehlpässe spielt. Dazu ist er kreativ und hat eine exzellente Spielübersicht.

Wenn er seine Zweikampfhärte noch verbessern kann und torgefährlicher wird, wird Wolfsburg viel Freude am Blondschopf haben.

 Xaver Schlager wird die Kaderqualität des VfL Wolfsburg deutlich anheben.
Xaver Schlager wird die Kaderqualität des VfL Wolfsburg deutlich anheben.  © Erwin Scheriau/APA/dpa

Alle Neuzugänge

Dazu konnten sich die "Wölfe" auch noch die Dienste vom deutschen U21-Nationalstürmer Lukas Nmecha sichern, der von Manchester City ausgeliehen wurde und den Konkurrenzkampf im Angriff beleben soll.

Vom Schweizer Meister Young Boys Bern kam Kevin Mbabu für 9,2 Millionen Euro Ablöse. Der Rechtsverteidiger war dort unumstrittener Stammspieler und dürfte den Kader des VfL auf seiner Position verstärken.

Mit Joao Victor brachte Neu-Trainer Oliver Glasner einen schnellen Linksaußen vom LASK aus Österreich mit, der dort in der abgelaufenen Saison in 34 Spielen auf satte 20 Tore und zwölf Vorlagen kam und Wolfsburg mit seiner Torgefahr verstärken wird. Er kostete 3,5 Millionen Euro Ablöse und kennt das offensive Pressing-System von seinem Coach bereits bestens.

Darüber hinaus holten die "Wölfe" mit Paulo Otávio einen Linksverteidiger von Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt 04 für 1,1 Millionen Euro, der Druck auf Jérôme Roussillon ausüben soll.

Zusätzlich wurde mit John Yeboah Zamora eines der größten deutschen Talente auf den offensiven Außenbahnen ins Profiteam befördert. Auch Keeper Niklas Klinger wurde hochgezogen.

Außerdem kehrte Jeffrey Bruma von seiner Leihe zum FC Schalke 04 zurück.

Weitere Zugänge sind nicht zu erwarten, aber auch nicht ausgeschlossen, falls sich noch eine gute Gelegenheit ergeben sollte.

 U21-Nationalstürmer Lukas Nmecha wurde von Manchester City ausgeliehen und soll Druck auf Stammstürmer Wout Weghorst ausüben.
U21-Nationalstürmer Lukas Nmecha wurde von Manchester City ausgeliehen und soll Druck auf Stammstürmer Wout Weghorst ausüben.  © Cezaro De Luca/dpa

Alle Abgänge

Wolfsburg hat keinen einzigen Stammspieler abgegeben und setzt daher auf ein eingespieltes, gezielt verstärktes Team. Lediglich der Verlust vom großen Talent Gian-Luca Itter, der für 2,5 Millionen Euro zum SC Freiburg wechselte, tut weh.

Ansonsten wurden die zuvor verliehenen Landry Dimata (für fünf Millionen Euro zum RSC Anderlecht), Victor Osimhen (für 3,5 Millionen Euro zum RSC Charleroi), Paul Seguin (für 300.000 Euro zur SpVgg Greuther Fürth) und Riechedly Bazoer (Vitesse Arnheim) abgegeben.

Dazu gingen mit Sebastian Jung (Hannover 96) und Paul Verhaegh (Twente Enschede) zwei Ergänzungsspieler ablösefrei. Zu guter Letzt wurde auch noch Marvin Stefaniak an Fürth verliehen.

Weitere Abgänge sind wahrscheinlich, weil der Kader momentan ganze 31 Spieler umfasst, in den einige Talente noch nicht mal eingerechnet sind! So gelten gerade Paul-Georges Ntep und Bruma als Streichkandidaten.

 Jugendspieler Gian-Luca Itter verließ das Wolfsrudel und schloss sich dem SC Freiburg an.
Jugendspieler Gian-Luca Itter verließ das Wolfsrudel und schloss sich dem SC Freiburg an.  © DPA

Kampfstarker Hallescher FC wartet im DFB-Pokal

Mit dem Halleschen FC hat Wolfsburg einen äußerst unangenehmen Gegner zugelost bekommen, der bereits im Drittliga-Rhythmus ist und dort auf einem starken dritten Rang steht.

Die kampfstarke Truppe um Führungsspieler Sebastian Mai kann zwar mit der individuellen Klasse des VfL nicht mithalten, ist aber eine eingespielte Einheit, die auch guten Fußball spielen kann.

Normalerweise müssten die "Wölfe" dennoch knapp gewinnen. Unterschätzen sie den HFC, ist aber durchaus möglich, dass sie sich an Halle die Zähne ausbeißen.

 Mit dem kantigen Sebastian Mai und dem stark aufspielenden Drittligisten Hallescher FC bekommt es Wolfsburg im DFB-Pokal zu tun.
Mit dem kantigen Sebastian Mai und dem stark aufspielenden Drittligisten Hallescher FC bekommt es Wolfsburg im DFB-Pokal zu tun.  © Picture Point/Gabor Krieg

Saisonziel

Wie so viele andere Vereine hält sich auch der VfL um Coach Glasner hier noch bedeckt. Man wolle sich stabilisieren, heißt es. Das könnte auch an der anstehenden Dreifachbelastung liegen, die für viele Spieler neu ist. Doch intern dürfte die Vorgabe vermutlich der erneute Einzug in die Europa League sein.

Trainer Oliver Glasner spricht von Stabilisierung, doch für Wolfsburg dürfte das Ziel die erneute Europa-League-Qualifikation sein.
Trainer Oliver Glasner spricht von Stabilisierung, doch für Wolfsburg dürfte das Ziel die erneute Europa-League-Qualifikation sein.  © Peter Steffen/dpa

TAG24-Saisonprognose

Die Europa League ist ein realistisches Ziel für den VfL, bei dem eine Transfer- und Kaderstrategie zu erkennen ist, die gut funktionieren könnte. Im Tor ist mit Koen Casteels ein starker Rückhalt die Nummer eins. Mit Pavao Pervan, aber auch den Nachwuchskeepern Phillip Menzel, Klinger und Lino Kasten muss sich Wolfsburg auch bei einem Ausfall keine Sorgen machen.

In der Innenverteidigung dürfte John Anthony Brooks gesetzt sein. Auf die vermutlich zwei Plätze neben ihm erheben Ur-Wolfsburger Robin Knoche und Marcel Tisserand Anspruch. Felix Uduokhai bleibt wohl vorerst nur die Bank - sofern er nicht wechselt, was auch für Bruma gilt.

Links defensiv dürfte der starke Roussillon gesetzt sein, Otávio wird vermutlich nur zwecks Schonung das ein oder andere Mal in die Mannschaft rücken. Rechts hat Neuzugang Mbabu die Nase wohl vor William vorne.

In der Schaltzentrale im Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf gewaltig. Neben Schlager, der gute Chancen auf einen Stammplatz hat, balgen sich auch noch Kapitän Joshua Guilavogui, Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt, Yunus Malli, Ignacio Camacho und Elvis Rexhbecaj um die wenigen Plätze. Hier muss Glasner rochieren und moderieren, wenn er nicht will, dass einige Spieler Lust und Laune verlieren.

Das gilt auch für die offensiven Flügelpositionen. Mit Joao Victor, Josip Brekalo, Renato Steffen, Felix Klaus, Yeboah und auch Admir Mehmedi herrscht hier ebenfalls ein Überangebot. Ismail Azzaoui dürfte deshalb außen vor sein.

Im Angriffszentrum führt kein Weg an Torjäger Wout Weghorst vorbei, obwohl auch Nmecha seine Spielanteile bekommen dürfte, weil Daniel Ginczek mit einer Rückenverletzung weiterhin ausfällt.

Bei diesem exzellent besetzten Kader gibt es allerdings einige Herausforderungen: Die 31 Mann zu einer Einheit zu formen, diese schnellstmöglich an die veränderte Spielweise zu gewöhnen und auch die Ersatzkicker bei Laune zu halten. Gelingt Glasner das, zieht Wolfsburg wieder in die Europa League ein. Klappt das nicht, wird es aufgrund der vielen Konkurrenten wohl nur ein einstelliger Platz.

 Wolfsburg ließ in der Vorbereitung durch ein 8:1 gegen den französischen Erstligisten ÒGC Nizza aufhorchen. Eine erneute Platzierung unter den besten sechs Teams ist auch in dieser Saison wieder möglich.
Wolfsburg ließ in der Vorbereitung durch ein 8:1 gegen den französischen Erstligisten ÒGC Nizza aufhorchen. Eine erneute Platzierung unter den besten sechs Teams ist auch in dieser Saison wieder möglich.  © Erwin Scheriau/APA/dpa

Die bereits veröffentlichten Analysen

Borussia Dortmund

RB Leipzig

Eintracht Frankfurt

1. FSV Mainz 05

SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

FC Augsburg

Borussia Mönchengladbach

1. FC Köln

TSG 1899 Hoffenheim

Hertha BSC

FC Schalke 04

SC Paderborn 07

Bayer 04 Leverkusen

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0