Streitthema Video-Beweis: Sollen nur noch Trainer diesen fordern?

Nürnberg - In der kontroversen Debatte um den Videobeweis im deutschen Profifußball hat sich der Nürnberger Aufsichtsratschef Thomas Grethlein für den Einspruch von Trainern bei strittigen Entscheidungen stark gemacht.

Der Nürnberger Aufsichtsratschef Thomas Grethlein hält nicht viel von einem aktiven Video-Schiedsrichter. (Archiv)
Der Nürnberger Aufsichtsratschef Thomas Grethlein hält nicht viel von einem aktiven Video-Schiedsrichter. (Archiv)  © Daniel Karmann/dpa

"Eine Minimalforderung erscheint mir aber unverzichtbar: Holt die Videoentscheidung zumindest wieder in das Spiel zurück! Schluss mit den unaufgeforderten Eingriffen des Videoschiedsrichters ins Spiel!", schrieb der 61 Jahre alte Funktionär des Fußball-Zweitligisten in einem Meinungsbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) für das bereits in Sportarten wie American Football oder Volleyball erprobte Challenge-System aus.

In der amerikanischen Football-Liga NFL haben Coaches die Möglichkeit, zweimal pro Spiel eine Entscheidung der Schiedsrichter anzuzweifeln und den Videobeweis zu fordern. Dabei muss an den Videoaufnahmen eindeutig nachweisbar sein, dass der Schiedsrichter nicht korrekt entschieden habe.

Liegt der Trainer mit seiner Vermutung jedoch falsch oder ist die Situation nicht eindeutig klar, so bleibt die aktuelle Entscheidung bestehen und dem Coach wird eine seiner drei Auszeiten in der jeweiligen Halbzeit gestrichen.

"Gebt jedem Trainer eine blaue oder grüne Karte, damit er – sagen wir, einmal pro Halbzeit – anzeigen kann, dass er eine Entscheidung überprüft sehen möchte!", äußerte Grethlein.

Er sprach sich sogar explizit für eine Abschaffung des Video-Assistenten aus, weil der Videobeweis seiner Einschätzung nach nicht für mehr Gerechtigkeit auf dem Platz sorge.

"Ich gestehe aber, dass es für einen derart weitreichenden Schritt wenig Hoffnung gibt, denn die Erfahrung lehrt, dass sich Einrichtungen, in die so viel Infrastruktur und Ausbildung geflossen sind, nur sehr schwer wieder 'einstampfen' lassen."

Nach der Meinung von Grethlein sollen sich Video-Assistenten nur dann einschalten, wenn ein Trainer es verlangt.
Nach der Meinung von Grethlein sollen sich Video-Assistenten nur dann einschalten, wenn ein Trainer es verlangt.  © Oliver Berg/dpa

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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