Hier graut's dem Killer-Kommissar vor sich selbst

Detlev G. versteckt sein Gesicht, als das Tatvideo gezeigt wurde, brach er regelrecht zusammen.
Detlev G. versteckt sein Gesicht, als das Tatvideo gezeigt wurde, brach er regelrecht zusammen.

Dresden - Killer-Kommissar Detlev G. (56) brach am Mittwoch im Gericht in sich zusammen. Er weinte, zitterte und war vollkommen durchgeschwitzt.

Es war geschehen, was er mit allen Mitteln verhindern wollte. Im Prozess um den Stückelmord aus dem Gimmlitztal (Osterzgebirge) wurde am Mittwoch ein Video mit Szenen der Zerstückelung des Leichnams von Wojciech S. (59) gezeigt.

Die Öffentlichkeit wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen.

Die Verteidigung des wegen Mordes angeklagten Kriminalbeamten hatte vor Wochen beantragt, die Filmausschnitte nicht zu zeigen - wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung und möglicher Selbstmordgefahr.

Ein Gutachter befand jedoch, dass der narzisstisch veranlagte Detlev G., der das Video aufgenommen hatte, eine mögliche Kränkung vermeiden wolle.

Laut eines Gutachtes ist auch nach dem Video nicht klar, ob das Opfer beim Abhängen schon sicher tot war. Das ist in dem Film nicht zu erkennen.

"Die genaue Todesursache ist unklar", sagte der Rechtsmediziner Uwe Schmidt am Mittwoch beim Mordprozess. An der Leiche des 59-Jährigen fanden sich sowohl Spuren einer Strangulation als auch eines Kehlschnitts.

Laut Anklage hat Detlev G. im Keller seiner Pension im Gimmlitztal Wojciech S. (59) getötet, dessen Leiche zerstückelt, die Teile vergraben.

Angeblich war alles auf Wunsch des Opfers geschehen. Unklar ist vor allem, ob G. den Mann tötete oder er sich selbst umbrachte.

Foto: Ove Landgraf


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