Videobeweis in Zweiter Liga? Entscheidung fällt heute! Aue dafür, Dynamo zögert

Dresden - Bisher ist er nur offline, ab kommende Saison soll der Videobeweis auch in der 2. Bundesliga online gehen. Heute tagt die DFL zu diesem Thema in Frankfurt am Main.

Nicht nur bei Fachleuten, auch bei den Fans ist die Meinung zum Videobeweis in der 2. Liga unterschiedlich. Die Fürther Anhänger sind dagegen.
Nicht nur bei Fachleuten, auch bei den Fans ist die Meinung zum Videobeweis in der 2. Liga unterschiedlich. Die Fürther Anhänger sind dagegen.  © Imago

Die 18 Vertreter der Vereine wollen eine Entscheidung fällen. Der FC Erzgebirge Aue wird für die Einführung stimmen, Dynamo Dresden zögert noch.

Bereits in dieser Saison läuft die Offline-Testphase zur Schulung der Video-Assistenten. Dafür hatten vor einem Jahr die 18 Clubs bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gestimmt.

"Wenn der Video-Assistent die Quote der Fehlentscheidungen reduzieren kann, ist das System auch für die 2. Liga ein sinnvolles Instrument. Wir werden uns deshalb dafür entscheiden", sagt Aues Geschäftsführer Michael Voigt.

Dynamo in Person von Sportdirektor Ralf Minge ist noch nicht gänzlich überzeugt: "Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten an mehreren Workshops teilgenommen. Die DFL und der DFB haben zusammen mit den Schiedsrichtern versucht, alle Clubs in der 2. Bundesliga allumfassend über die Praxis und Voraussetzungen des Videobeweises zu informieren. Für mich waren die Veranstaltungen sehr informativ. Wir werden die Thematik intern noch einmal genau diskutieren, wie wir uns als Verein positionieren werden."

Gibt es diese Bilder ab der kommenden Saison auch in der 2. Bundesliga? Hier zeigt der Schiri, in diesem Fall Tobias Stieler (r.), an, dass er auf den Videobeweis zurückgreifen wird.
Gibt es diese Bilder ab der kommenden Saison auch in der 2. Bundesliga? Hier zeigt der Schiri, in diesem Fall Tobias Stieler (r.), an, dass er auf den Videobeweis zurückgreifen wird.  © DPA

Kritikpunkte waren vor allem die Kosten - etwa 180.000 Euro pro Saison. Zudem sorgt der Videobeweis, der zur Spielzeit 2017/18 in der 1. Liga eingeführt worden war, immer wieder für Diskussionen.

Davor warnt auch Aue-Trainer Daniel Meyer. "Wir brauchen am Ende klare Entscheidungen und ein klares Handling, um unnötige Diskussionen zu vermeiden", erklärte der Fußball-Lehrer, der zudem auf die emotionalen Herausforderungen verwies:

"Es wird für alle Beteiligten und Zuschauer auch in der 2. Liga zu einer Umgewöhnung führen, wenn nach einem Tor minutenlang keine Gewissheit darüber herrscht, ob der Treffer nun zählt oder eben nicht."

Minge sieht das genauso, für ihn ist der Videobeweis ein technischer Fortschritt, "aber der muss im Interesse aller auch bei schwierigen Entscheidungen schnell und ohne lang andauernde Unterbrechungen funktionieren, damit der Charakter und vor allem die Emotionen des Spiels nicht verloren gehen."

Die Video-Assistenten unterstützen den Referee, geben Hinweise, wobei dem Schiedsrichter auf dem Rasen letztendlich die endgültige Entscheidung trifft.
Die Video-Assistenten unterstützen den Referee, geben Hinweise, wobei dem Schiedsrichter auf dem Rasen letztendlich die endgültige Entscheidung trifft.  © DPA

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