Viktoria Kölns Trainer Dotchev: "Müssen Sieger-Mentalität entwickeln"

Köln – Aufsteiger Viktoria Köln ist mit einem 3:3 in Rostock ordentlich in die Saison gestartet. Im TAG24-Interview spricht Trainer Pavel Dotchev (53) über die Anforderungen in der 3.Liga und seine Ambitionen mit dem Aufsteiger.

Kölns Trainer Pavel Dotchev (53) beim Auftaktspiel in Rostock (3:3).
Kölns Trainer Pavel Dotchev (53) beim Auftaktspiel in Rostock (3:3).  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

TAG24: Herr Dotchev, für Sie war es die Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte in Rostock, für Viktoria Köln das erste Drittligaspiel der Vereinsgeschichte. Wie bewerten Sie den Auftakt?

Pavel Dotchev: Das war ein sehr emotionales Spiel für alle Beteiligten. Man hat meiner Mannschaft zu Beginn die Nervosität angemerkt, aber es wurde im Laufe des Spiels immer besser. Das spricht für die Mannschaft, die sich am Ende immerhin durch das 3:3 noch mit einem Punkt belohnt hat. Es war sogar noch ein bisschen mehr drin. Ich bin mir sicher, dass sich jetzt viele in Köln auf das erste Heimspiel gegen Chemnitz am Sonntag freuen.

TAG24: Ihre Mannschaft lag nach 19 Minuten bereits mit 0:3 zurück und konnte am Ende noch ein 3:3 erreichen. Wie groß ist der Qualitätsunterschied zwischen Liga 4 und 3 ihrer Meinung nach?

Dotchev: Über die Regionalliga kann ich nicht so viel sagen. Aber ich glaube, dass es große Unterschiede gibt. Erst einmal findet man in der 3. Liga eine Vielzahl von großen Namen und Traditionsvereinen. Dazu ist die Liga sehr ausgeglichen. Hier kann jeder jeden schlagen oder auch jeder gegen jeden verlieren. Ich würde sagen, das ist in den meisten Regionalligen nicht der Fall.

Dotchev: "Hier arbeiten alle mit Herzblut"

Im Sportpart Höhenberg ist nach dem Bau der Südtribüne jetzt Platz für 10.001 Zuschauer.
Im Sportpart Höhenberg ist nach dem Bau der Südtribüne jetzt Platz für 10.001 Zuschauer.  © Viktoria Köln

TAG24: Viktoria Köln spielt nach mehreren vergeblichen Anläufen nun endlich in der 3. Liga. Wie ist die Stimmung im Umfeld des Vereins?

Dotchev: Ich bin ja noch gar nicht so lange in Köln. Deshalb kann ich das eigentlich gar nicht so richtig sagen. Aber mein Eindruck und mein Gefühl sagen mir, dass sich gerade eine Menge beim FC Viktoria Köln tut. Es herrscht sehr viel Leben in diesem Verein. Und die Verbesserungen in der Infrastruktur, die großartige Nachwuchsarbeit und jetzt auch die Stadionerweiterung unterstreichen das. Alle arbeiten mit Herzblut. Und wenn ich sehe, wie viele Kinder und Jugendliche hier zum Fußballtraining kommen, dann geht mein Herz auf.

TAG24: Traditionsvereine wie Braunschweig, Kaiserslautern, Mannheim, Magdeburg und viele mehr. Können sich die Fans auf die beste 3. Liga aller Zeiten freuen?

Dotchev: Aller Zeiten? Das ist wirklich schwer zu sagen. Auch letztes Jahr war die 3. Liga äußerst spannend. Aber vielleicht ist es wirklich so. Auf alle Fälle habe ich den Eindruck, dass die Liga immer stärker wird. Das sieht man auch daran, dass immer mehr Spieler mit Erst- und Zweitliga-Erfahrung in der 3. Liga spielen.

"Die Drittliga-Saison ist wie ein Marathonlauf"

Der Kölner Spieler Marcel Gottschling (2.v.l.) im Zweikampf mit Hansa-Spieler Aaron Opoku (2.v.r.)
Der Kölner Spieler Marcel Gottschling (2.v.l.) im Zweikampf mit Hansa-Spieler Aaron Opoku (2.v.r.)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

TAG24: Sie kennen die 3. Liga aufgrund ihrer vorherigen Trainerstationen sehr gut. Worauf kommt es in dieser Liga besonders an, um die Ziele zu erreichen?

Dotchev: Da ist an erster Stelle Konstanz zu nennen. Die Drittliga-Saison ist durchaus mit einem Marathonlauf zu vergleichen. Wenn man von Spiel zu Spiel seine Leistung bringt und konstant Punkte einfährt, dann bleibt man entsprechend auf Kurs und erreicht am Ende das Ziel.

TAG24: Nun stehen zwei Heimspiele in nur drei Tagen gegen Chemnitz (28. Juli) und Halle (31. Juli) an. Mit welchen Zielen gehen Sie in die englische Woche?

Dotchev: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal gegen wen. Genau das nehmen wir uns jedenfalls vor jedem Spiel vor. Diese Mentalität gilt es, zu entwickeln. Natürlich weiß ich, dass das nicht immer möglich ist. Aber im Endeffekt ist es das, worauf wir uns konzentrieren wollen. Und mit dieser Einstellung rechne ich mir auch etwas gegen Chemnitz und Halle aus. Das Ziel muss sein, in beiden Spielen zu siegen.

TAG24: Wie lautet das Saisonziel des Aufsteigers Viktoria Köln?

Dotchev: Mein Ziel ist es, den FC Viktoria Köln in der 3. Liga zu etablieren. Dazu gehört auch, die schon angesprochene Siegermentalität zu entwickeln. Wenn wir das schaffen, können wir eine gute Saison spielen. Im ersten Schritt war hierzu ein Umbau der Mannschaft nötig. Im nächsten Jahr gilt es, das Team punktuell zu verstärken.

Zur Person: Pavel Dotchev

Pavel Dotchev (53) ist seit Juli 2019 Trainer des FC Viktoria Köln.
Pavel Dotchev (53) ist seit Juli 2019 Trainer des FC Viktoria Köln.  © Bernd Wüstneck/dpa

Der Bulgare Pavel Dotchev hat in diesem Sommer den Posten des Cheftrainers beim FC Viktoria Köln übernommen.

Zuvor war der 53-Jährige bis Januar 2019 Trainer von Hansa Rostock.

Als Spieler bestritt Dotchev neben 28 Länderspielen für Bulgarien auch acht Bundesligaspiele für den Hamburger SV.

Nach dem Karriereende im Jahr 2003 begann Dotchev seine Trainerkarrriere beim SC Paderborn. Zwei Jahre später führte er die Ostwestfalen in die 2. Liga.

Viktoria Köln ist die neunte Trainer-Station für Pavel Dotchev, der auf die Erfahrung von über 470 Spielen an der Seitenlinie zurückgreifen kann.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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