Nach tödlicher Messerattacke bei Paris: Anti-Terror-Ermittlungen!

Paris - Nach der tödlichen Messerattacke nahe Paris haben Anti-Terror-Spezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft am Samstagabend.

Polizisten sichern den Tatort nach einer Messerattacke in Villejuif bei Paris.
Polizisten sichern den Tatort nach einer Messerattacke in Villejuif bei Paris.  © Michel Euler/AP/dpa

Nach der tödlichen Messerattacke am Freitag nahe Paris haben Ermittler einen terroristischen Hintergrund bereits am Freitagabend nicht mehr ausgeschlossen.

Der Täter habe zwar unter schweren psychischen Störungen gelitten, sagte die zuständige Staatsanwältin Laure Beccuau am Samstagnachmittag. Das reiche aber nicht, um Terror gänzlich auszuschließen.

Der Angreifer soll während des Vorfalls auch "Allahu akbar" (Arabisch für "Gott ist groß") gerufen haben und war zum Islam konvertiert.

Der 22-jährige Angreifer hatte am Freitagnachmittag südlich von Paris mehrere Menschen im Bereich eines Parks wahllos mit einem Messer angegriffen. Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

Die Staatsanwältin gab weitere Details zum Ablauf der Tat bekannt. So hatte der Angreifer zunächst mehrere Personen bedroht.

Von einer Person habe er abgelassen, als diese ein islamisches Gebet aufsagte.

Täter soll extrem gewaltbereit gewesen sein

Die tödliche Messerattacke nahe Paris wurde am Samstag als terroristische Tat eingestuft.
Die tödliche Messerattacke nahe Paris wurde am Samstag als terroristische Tat eingestuft.

Der Täter habe während des Angriffs eine Dscheballa, einen traditionellen arabischen Überwurf, getragen. Er sei mit "extremer Gewalt und Entschlossenheit" vorgegangen.

Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen Jogger. Er hatte noch versucht, seine Begleiterin vor dem Angreifer zu schützen. Diese wurde laut Staatsanwältin schwer am Hals verletzt. Der Mann attackierte dann eine weitere Joggerin etwas außerhalb des Parks.

Der Täter habe sich bis Mitte letzten Jahres in psychiatrischer Behandlung befunden und seit der Kindheit psychische Probleme gehabt. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Verbindungen zu islamistischen Terrororganisationen.

Der Mann sei wohl 2017 zum Islam konvertiert. Den Ermittlern zufolge wurden bei dem Täter auch salafistische Texte gefunden.

Terror-Serie in Frankreich

Der Angriff trifft Frankreich kurz vor dem fünften Jahrestag des Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". Am 7. Januar 2015 wurden in der Redaktion und bei weiteren Attacken 17 Menschen getötet.

Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorserie heimgesucht - mehr als 250 Menschen verloren ihr Leben. Die Terrorgefahr ist weiterhin groß.

Titelfoto: Michel Euler/AP/dpa

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