Nach Knöllchen-Drama! So beschwert sich ein Berliner bei der Polizei

Das böse Knöllchen, welches zum vitalen Hit wurde.
Das böse Knöllchen, welches zum vitalen Hit wurde.

Berlin - Während er auf seine Zulassung, Papiere und Umweltplakete wartete, kassierte ein Berliner Autofahrer just ein Knöllchen. Zu viel für ihn, denn er machte seinem Ärger auf humorvolle Weise per Facebook Luft.

Ein viraler Hit erobert das Internet: Grund ein mutmaßlich überflüssiges Knöllchen und ein entsprechender Beschwerde-Post mit mittlerweile über 40.000 Likes.

Mit den einleitenden Worten "Lieber Herr Polizeipräsident in Berlin: Ich muss Ihnen da mal was erzählen", beginnt die lange Reise des Knöllchens. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, wie lang diese tatsächlich werden wird - bis wir auf "Mehr anzeigen" klicken. Danach offenbart sich das ganze Ausmaß des Dramas.

Der geheime Weltmeister des Abschweifens formuliert in einigen vielen Sätzen zunächst den Anfang der Geschichte, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass er per Kurzzeit-Kennzeichen unterwegs war. Sein Auto ging kaputt, um es kurz zu fassen.

Auf seinem üppigen Weg der Beschwerde verschont er auch nicht die Übeltäter, die ihm das angetan und das sagenumwobene Knöllchen augestellt haben: zwei Ordnungsamt-Mitarbeiter. "Da laufen die beiden - es sind ja immer zwei: einer kann lesen, der andere schreiben - die Straße entlang, immer auf der Suche nach Unordnung, die sie beheben können. Ist ja ihr Job."

Ein Schild weist auf die KFZ-Zulassungsstelle hin.
Ein Schild weist auf die KFZ-Zulassungsstelle hin.  © DPA

Offenbar gehörte auch das Fahrzeug mit Kurzzeit-Kennzeichen und fehlender Umweltplakete zur Ausgeburt der Unordnung, die behoben werden musste. "Und dann sieht der eine - der, der lesen kann - unser Auto." Das Knöllchen war geboren und das Dilemma perfekt.

"Jetzt frage ich Sie, lieber Herr Berliner Polizeipräsident: Wenn ich eine Umweltplakette erst dann bekomme, wenn ich das Auto angemeldet habe – aber nicht bei einem Kurzzeitkennzeichen, wie sollte dann auf der Scheibe eine Umweltplakette kleben?"

Der Berliner fährt fort: "Nicht nur, dass sie nicht kann – sie darf noch nicht mal, man soll sich diese Dinger ja nicht selbst malen und sagen Sie selbst: Haben Sie schon mal eine Umweltplakette mit einem 5-Tage gültigen KFZ-Kennzeichen gesehen?"

Zu guter Letzt nochmal ein Seitenhieb gegen die Ordnungsamt-Mitarbeiter, die "ein Fahrzeug mit Kurzzeitkennzeichen gefunden, festgestellt, dass es keine Umweltplakette hat – nicht festgestellt, dass es keine haben kann und auch keine haben darf und kurzerhand ein Knöllchen ausgestellt" haben. "Ähm... ich stelle fest: zwei Köpfe machen nicht zwingend doppelt klug, sie können auch doppelt doof machen."

Aber ist seine Beschwerde eigentlich korrekt? Die B.Z. fragte bei der Polizei nach. Es gibt keine Ausnahme-Regelung für Fahrzeuge mit Kurzzeit-Kennzeichen, demnach hätte der Berliner sein Auto vor der Umweltzone parken müssen. Also der ganze Ärger umsonst.


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