Vorsicht, Grippe! 180 Sachsen hat’s schon erwischt

Nur ein Pieks: Anne Krötzsch (19), Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten, bereitet eine Grippeschutzimpfung vor.
Nur ein Pieks: Anne Krötzsch (19), Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten, bereitet eine Grippeschutzimpfung vor.

Von Anneke Müller und Torsten Hilscher

Dresden - Die Grippesaison ist eröffnet. Schon 180 Menschen in Sachsen sind an der Influenza erkrankt. Noch schwappt die Welle flach. Ob es zur echten Viren-Schlacht kommt, ist indes noch nicht absehbar.

„Ich rate dazu, sich jetzt noch impfen zu lassen“, sagt Dietmar Beier (66), Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission. Grund: Noch halten sich die Erkrankungsfälle in Maßen.

Das Risiko während der zehn bis 14 Tage, in denen sich der Impfschutz aufbaut, zu erkranken, ist gering. „Durch die Impfung selbst kann nie eine Grippe ausgelöst werden.Es werden tote Viren gespritzt“, so der Experte.

Auch scheint der diesjährige Impfstoff, der den zirkulierenden Viren jedes Jahr angepasst wird, wirksam.

Die meisten Grippepatienten weisen Influenza-A-Viren auf. Gegen diese ist der Impfstoff wirksam.
Die meisten Grippepatienten weisen Influenza-A-Viren auf. Gegen diese ist der Impfstoff wirksam.

83 Prozent der Influenza-Befunde der aktuellen Saison wiesen exakt die Art von Viren (A(H1N1)pdm09-Viren) auf, gegen die der derzeitige Impfstoff schützt.

„Zurzeit gibt es noch keine akuten Anzeichen, jedoch kann eine Influenza-Welle noch auftreten“, so Annett Hofmann, Sprecherin des Sozialministeriums.

In der Tat: Vergangenes Jahr, als mehr als 12.000 Menschen in Sachsen erkrankten, baute sich die Welle auch erst Anfang Februar auf.

Auch der Vorsitzende der Impfkommission kann nur spekulieren: „Nach langer Erfahrung, denke ich, es wird vielleicht nicht so schlimm, aber ich kann mich auch irren“, sagt er mit Blick auf die Südhalbkugel, die als richtungsweisend gilt und auf der die Grippe vor ein paar Monaten „normal“ verlief.

Dr. Jörg Wendisch berät in seiner Praxis ein Paar zur Grippeschutzimpfung.
Dr. Jörg Wendisch berät in seiner Praxis ein Paar zur Grippeschutzimpfung.

Bislang handelte es sich bei den in Sachsen Erkrankten zu einem Viertel um Kleinkinder sowie um Erwachsene zwischen 25 und 44 Jahren.

Knapp ein Drittel der Erkrankten musste ins Krankenhaus. Bis auf zwei Personen waren alle Grippe-Opfer ungeimpft.

Weniger als 30 Prozent der Sachsen lassen sich überhaupt gegen Grippe impfen.

Fotos: Steffen Füssel (3), Imago (1)