Zu teuer für den Steuerzahler: Darum soll diese Familie ausgewiesen werden

Perth (Australien) - Die pakistanische Familie Butt soll aus Australien verwiesen werden, weil ihr behinderter Sohn eine zu große Last für den australischen Steuerzahler wäre.

Die Familie Butt.
Die Familie Butt.  © Screenshot/change.org/Qasim Butt

Jetzt sammelt das Oberhaupt der Familie Qasim Butt Unterschriften für eine Petition, die anschließend an den australischen Minister David Colemen (45) geschickt werden soll. So möchte die Familie, die seit zehn Jahren in Australien lebt, verhindern, dass sie das Land tatsächlich verlassen muss, so die "Daily Mail".

Worum es genau geht? Am 22. August wurde der Visumantrag der Familie Butt für einen dauerhaften Aufenthalt in Australien von der australischen Regierung abgelehnt, so Qasim Butt auf "change.org".

Begründet worden sei die Ablehnung des Antrages damit, dass der Zustand des behinderten Sohnes zu gravierend sei, um den australischen Steuerzahler damit weiterhin belasten zu können.

Dabei handelt es sich um den gerade einmal fünfjährigen Jungen Shaffan Muhammad. Er ist vom Hals abwärts gelähmt und muss künstlich beatmet und ernährt werden, so der besorgte Vater. In Perth, wo die Familie wohnt, wird der Sohn nicht nur therapiert und behandelt, er darf sogar in eine Schule gehen.

Schlimm genug, dass eine Familie, die schon ein Jahrzehnt in einem Land wohnt, sich integriert und eingelebt hat, ja sogar ein ganzes soziales Umfeld dort aufgebaut hat, dieses wieder verlassen muss.

Viel dramatischer ist jedoch die Befürchtung des Vaters, dass die medizinische Versorgung des behinderten Kindes in Pakistan, wohin die Familie abgeschoben werden würde, nicht gewährleistet werden könne. Außerdem sei der kleine schwer kranke Sohn wohl nicht flugtauglich, so der behandelnde Kinderarzt.

Im Gegensatz zu Australien, wo sich Spezialisten um den in Australien geborenen Jungen kümmern und somit am Leben halten. In Pakistan seien seine Chancen auf ein Leben, geschweige denn auf ein gutes Leben sehr gering.

Qasim Butt selbst hat in Australien studiert und arbeitet hart, um seine Familie zu unterstützen. Nicht selten sogar in zwei Jobs gleichzeitig. Seine Frau Mehwish ist studierte Innenarchitektin, kümmert sich aber aufopferungsvoll um den gemeinsamen Sohn. Neben Shaffan Muhammad hat das Ehepaar auch noch eine kleine Tochter, die ebenfalls in Australien geboren wurde.

Bisher konnte die Familie schon über 40.000 Unterschriften für ihre Petition sammeln (Stand 14.10.). Ziel sind 50.000, um so den australischen Innenminister dazu zu bewegen, den Visumantrag für einen dauerhaften Aufenthalt in Australien zu erteilen.

Am Donnerstag soll der zuständige Minister David Coleman bestätigt haben, dass er den Fall überprüfen würde.

Titelfoto: Screenshot/change.org/Qasim Butt


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