Unwetter im Vogtland: Dieser Ort steht schon zum dritten Mal unter Wasser

Markneukirchen - Diesen Sommer werden viele Vogtländer so schnell nicht vergessen. Am Wochenende brach das dritte Unwetter über Markneukirchen und Erlbach herein. Wasser und Schlamm verwüsteten Häuser und Gärten.

Hier war einmal ein Garten: Die Hochwasser schufen in Schönlind einen neuen Dorfteich.
Hier war einmal ein Garten: Die Hochwasser schufen in Schönlind einen neuen Dorfteich.  © Uwe Meinhold

Besonders heftig traf es den Ortsteil Schönlind. Frank Hamberger (35) hatte seinen Garten in der Straße Am Gässel nach den beiden Überschwemmungen im Mai mit Flutwänden und Sandsäcken gesichert.

Doch gegen die Naturgewalt am 9. Juni war er machtlos: "Es schüttete und hagelte ohne Vorwarnung. Dann kam die braune Flut den Hang herunter. Das war so heftig, dass es einem die Füße wegriss."

Auf 50.000 Euro schätzt Mario Helmecke (56) den Schaden an seinem Haus. "Das Wasser lief stundenlang durch die Räume. Hoffentlich kommt bald ein Abflussrohr, das das Wasser am Berg über uns ableitet."

Überall laufen Pumpen, räumen Anwohner auf. Doch kaum jemand klagt. Auch Karlheinz Sandner (87) nicht, der eine Hobbygärtnerei betreibt.

Die Feuerwehr war ständig im Einsatz.
Die Feuerwehr war ständig im Einsatz.  © Bernd März

"Eine 30 Zentimeter hohe Flutwelle rollte durch Werkstätten und sieben Gewächshäuser. Alles ist verschlammt. Mit dem Aufräumen warte ich ab - wer weiß, wann das nächste Unwetter kommt."

Überhaupt hält der Rentner nichts vom Jammern: "Nach dem zweiten Hochwasser öffnete ich mit meiner Frau eine Flasche Wein. Wehklagen hilft ja nichts."

Gelassenheit und Nachbarschaftshilfe schätzt auch Bürgermeister Andreas Rubner (62, parteilos) an seinen Bürgern: "In vielen Häusern und Firmen stand das Wasser. Aber fast alle reagierten gelassen."

Die Stadt unterstützt Betroffene mit tatkräftiger Hilfe aus dem Bauhof.

Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (62) lobt die Anwohner.
Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (62) lobt die Anwohner.  © Uwe Meinhold
Von drei Hochwassern zerstört: Karlheinz Sandner (87) zeigt eine Werkstatt.
Von drei Hochwassern zerstört: Karlheinz Sandner (87) zeigt eine Werkstatt.  © Uwe Meinhold
Pumpen laufen Tag und Nacht bei Hochwasseropfer Frank Hamberger.
Pumpen laufen Tag und Nacht bei Hochwasseropfer Frank Hamberger.  © Uwe Meinhold

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0