Riesenschlitten aus dem Vogtland hilft bald Russen in der Antarktis

Pöhl - Wie bringt man tonnenschwere Fracht durch die unwirtliche Eiswüste bis an den Südpol? Indem man einen Super-Schlitten aus dem Vogtland ordert.

Mit Schneeraupen kommt man am besten durch das ewige Eis – und mit einem Schlitten aus dem Vogtland. Über tausende von Kilometern müssen die Schlitten die Fracht tragen und sich in der Eishügel-Landschaft bewähren.
Mit Schneeraupen kommt man am besten durch das ewige Eis – und mit einem Schlitten aus dem Vogtland. Über tausende von Kilometern müssen die Schlitten die Fracht tragen und sich in der Eishügel-Landschaft bewähren.  © PR / Lehmann-UMT

Die Firma Lehmann-UMT aus Jocketa hat sich in den letzten 20 Jahren einen Namen als Spezialist für Frachtschlitten für polare und alpine Regionen gemacht. Doch das aktuelle Projekt sprengt alle bisher da gewesenen Dimensionen.

Denn der Riesenschlitten, der in den kommenden Wochen in der Antarktis montiert werden soll, kann Lasten bis zu 60 Tonnen sicher durch die vereiste Unwirtlichkeit tragen.

Bisher schafften die Frachtschlitten an die 25 Tonnen. Das neue Exemplar ist 17 Meter lang, fünf Meter breit, 17 Tonnen schwer und besteht aus sechs Komponenten.

Über Weihnachten - das ist der "Hochsommer" in der Tiefkühltruhe unserer Erde - schicken die Vogtländer deshalb ihren besten Schlittenexperten und patenten Bastler ins ewige Eis.

Werner Kirsten (62): "Dann bin ich der Supervisor bei der Verbindung der Module. Die Herausforderung besteht darin, dass die Technik auch Temperaturen bis minus 60 Grad und Unwägbarkeiten von Hochgebirgen bewältigt."

Das Erfolgsgeheimnis der vogtländischen Schlitten sind auch die Kufen, welche sich immer flexibel an den Untergrund anpassen. Kirsten: "Es ist eine Verbindung aus Stahl und einem ganz speziellen Kunststoff, der einen äußerst geringen Reibefaktor besitzt und auch kaum anfriert."

Bereits 190 Frachtschlitten hat Lehmann-UMT für verschiedene Kunden aus Japan, China, England oder Indien gefertigt. Auftraggeber für den aktuellen XXL-Schlitten sind die Russen, die eine Station am Südpol aufbauen wollen. Bewährt sich der Prototyp, erhoffen sich die Vogtländer eine Menge Folgeaufträge.

Auch im „Hochsommer“ muss man in der Antarktis zweistellige Minusgrade aushalten.
Auch im „Hochsommer“ muss man in der Antarktis zweistellige Minusgrade aushalten.  © imago images/Ardea

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