Autofahrer rast absichtlich in Rosenmontagszug: Zweite Festnahme!

Nordhessen - Im hessischen Volkmarsen im Kreis Waldeck-Frankenberg ist ein Auto in den dortigen Rosenmontagszug gefahren.

Noch ist unklar, ob der Fahrer absichtlich in die Menschenmenge gefahren ist.
Noch ist unklar, ob der Fahrer absichtlich in die Menschenmenge gefahren ist.  © Uwe Zucchi/dpa

Frankfurts Polizeipräsident bestätigte mittlerweile, dass es mehr als 30 Verletzte gäbe, darunter auch Kinder.

Der silberfarbene Mercedes-Kombi war um 14.30 Uhr 30 Meter in die Menschenmenge gefahren und kam dann zum Stehen. Der Fahrer soll zuvor noch Gas gegeben haben.

Er fuhr nach Informationen der "Waldeckischen Landeszeitung" zwischen Steinweg und dem Rewe-Markt durch die Absperrung und erfasste die Zuschauer.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Fahrer des Wagens wurde festgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer sein Auto absichtlich in die Menge steuerte. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen aber zunächst nicht vor.

Ein Anschlag kann nach Angaben des hessischen Innenministeriums jedoch nicht ausgeschlossen werden. Ein Sprecher der Behörde begründete das am Montag mit der Situation vor Ort. Zuvor hatte ein Polizeisprecher in Volkmarsen gesagt: "Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus."

Dutzende Krankenwagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz.

Sicherheitskreise: Zweiter Festgenommener filmte hinter dem Auto

Update 22.12 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Vorfall beim Karnevalsumzug in Volkmarsen mit 30 Verletzten soll der zweite Festgenommene hinter dem Auto gefilmt haben.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war aber noch unklar, ob es sich um einen Schaulustigen handelte oder ob er eingeweiht war. Er sei bereits kurz nach dem Zwischenfall von der Polizei mitgenommen worden, hieß es.

Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte die zweite Festnahme bereits bestätigt. Allerdings sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei, sagte er auf einer Veranstaltung am Montagabend in Frankfurt am Main.

Polizei warnt vor falschen Informationen

Update 22.06 Uhr: Die Polizei Nordhessen warnt über Twitter vor Falschinformationen. So kursiert zurzeit ein Foto im Netz, welches den angeblichen Täter zeigen soll, wie er festgenommen wurde.

Dabei handelt es sich nach Aussage der Polizei jedoch "definitiv nicht um den Täter".

Nach Volkmarsen: Frankfurter Zug "Klaa Paris" soll stattfinden

Update 21.02 Uhr: Trotz des Zwischenfalls mit Dutzenden Verletzten beim Rosenmontagszug in Volkmarsen soll der beliebte Frankfurter Fastnachtszug im Stadtteil Heddernheim ("Klaa Paris") am Dienstag stattfinden. Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, "wir werden Fastnacht feiern", sagte der Vorsitzende der Zuggemeinschaft, Ulrich Fergenbauer, am Montag dem "Hessischen Rundfunk".

Man habe mit der Polizei telefoniert, eine Krisensitzung gehalten, und die Sicherheitsvorkehrungen seien überprüft worden. Die Polizei habe daraufhin zugestimmt, dass der Zug stattfinden könne, und die Entscheidung darüber den Veranstaltern überlassen. Die Narren wollten sich die Fastnacht nicht kaputt machen lassen, so Fergenbauer.

Beuth: Rund ein Drittel der Opfer sind Kinder

Update 20.54 Uhr: Rund ein Drittel der etwa 30 Opfer des Vorfalls beim Rosenmontagszug in Volkmarsen sind nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth Kinder. "Wir haben ungefähr 30 Opfer zu beklagen, zum Teil Schwerstverletzte und darunter auch Kinder", sagte der CDU-Politiker am Montagabend in Volkmarsen.

"Es ist einfach nur eine furchtbare, eine schreckliche Tat, die begangen wurde an Menschen, die unbeschwert einfach nur Karneval feiern wollten."

Ermittlungsbeamte stehen an dem Auto des Tatverdächtigen.
Ermittlungsbeamte stehen an dem Auto des Tatverdächtigen.  © Swen Pförtner/dpa

Merkel: Meine Gedanken sind bei den Verletzten und Angehörigen

Update 19.56 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Ulrike Demmer den Verletzten des Zwischenfalls in Volkmarsen baldige Genesung gewünscht. "Meine Gedanken sind bei den Verletzten von Volkmarsen und ihren Angehörigen. Ich wünsche allen baldige und vollständige Genesung. Einen herzlichen Dank an die Polizei und alle medizinischen Einsatzkräfte", zitierte Demmer Merkel bei Twitter.

Zweite Festnahme in Volkmarsen

Update 19.38 Uhr: In Volkmarsen hat es nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine zweite Festnahme gegeben. Es sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei, sagte er auf einer Veranstaltung am Montagabend in Frankfurt am Main.

Oberstaatsanwalt Alexander Badle wollte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht zur Festnahme äußern.

Fahrer aus Volkmarsen nicht als Extremist bekannt

Update 19.36 Uhr: Der Fahrer des Autos in Volkmarsen war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus Sicherheitskreisen. Allerdings war er der Polizei nach dpa-Informationen in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

Einsatzkräfte stehen mit Maschinengewehren in einer Straße.
Einsatzkräfte stehen mit Maschinengewehren in einer Straße.  © Swen Pförtner/dpa

Nach Vorfall in Volkmarsen: Polizei in Fulda sichert Fastnachtsfeiern

Update 19.30 Uhr: Nach dem Vorfall beim Rosenmontagszug in Volkmarsen mit 30 Verletzten hat die Polizei die Zufahrten rund um das Fuldaer Kneipenviertel am Montag besonders in den Blick genommen. Dort versammeln sich nach Polizeiangaben traditionell viele Feiernde nach dem Fuldaer Rosenmontagszug.

Die Zufahrtsbereiche würden vorsorglich durch Polizeibeamte und -fahrzeuge gesichert, "um dortige Menschenansammlungen zu schützen", teilte die Polizei Fulda mit. Aufgrund der Ereignisse in Volkmarsen sei man besonders sensibilisiert, sagte ein Sprecher.

Anhaltspunkte für eine Gefährdung von Veranstaltungen in Osthessen gebe es nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Es sei auch nicht zu nennenswerten Zwischenfällen beim Fuldaer Rosenmontagsumzug gekommen, sagte der Sprecher.

hr-fernsehen mit Programmänderung

Update 19.14 Uhr: Wegen des Vorfalls in Volkmarsen hat das hr-Fernsehen sein Programm geändert. Da die geplanten Übertragungen der hessischen Fastnachtsumzüge entfallen, wird über die aktuellen Entwicklungen in Volkmarsen berichtet.

Blick auf das Auto (M), das in einen Rosenmontagsumzug gefahren ist.
Blick auf das Auto (M), das in einen Rosenmontagsumzug gefahren ist.  © Uwe Zucchi/dpa

"Da lagen überall Kinder auf der Straße"

Update 19.07 Uhr: Landrat Reinhard Kubat war selbst als Zuschauer in Volkmarsen und berichtet Erschreckendes. So sei er, als er die ersten Martinshörner gehört habe, in die entprechende Richtung gelaufen. Auf dem Weg seien ihm bereits weinende Menschen entgegengekommen.

Am Tatort habe sich ihm ein furchtbares Bild geboten. "Da lagen überall Kinder auf der Straße."

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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