"Angsteinflößend": Ersthelferin schildert Konfrontation mit Amok-Fahrer von Volkmarsen

Volkmarsen - Am Rosenmontag veränderte sich das Leben in der nordhessischen Kleinstadt Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg schlagartig. Ein 29-Jähriger soll absichtlich mit seinem Auto in den Fastnachts-Umzug gefahren sein - 61 Menschen wurden teils schwer verletzt (TAG24 berichtete). Eine Ersthelferin schildert ihr Aufeinandertreffen mit dem Amok-Fahrer.

Der mutmaßliche Täter fuhr mit seinem Mercedes in eine Menschenmenge.
Der mutmaßliche Täter fuhr mit seinem Mercedes in eine Menschenmenge.  © dpa/Uwe Zucchi

Wie die 16-Jährige am Mittwoch gegenüber der Hessenschau mitteilte, eilte sie kurz nachdem der 29-Jährige in die Menschenmenge gefahren war zu dem silbernen Mercedes, um den Mann von weiteren Greueltaten abzuhalten. Ohne über ihre Handlungen nachzudenken, riss sie die Beifahrertür des Wagens auf und versuchte im ersten Moment den Schlüssel aus dem Zündschloss zu entfernen.

"In der Zeit hat er mich an den Haaren gepackt und angefangen, mich zu würgen", schilderte die mutige Teenagerin ihre Erlebnisse weiter. Schnell eilten ihr drei "kräftige Volkmarser" zur Hilfe, schlugen auf den 29-Jährigen ein, der weiterhin erfolglos versucht haben soll das Auto erneut zu starten.

Ein Freund der Teenagerin habe sie schließlich aus dem Auto gezogen und dann auch erfolgreich den Schlüssel gezogen. Besonders schockierend und verstörend sind die Angaben, die die 16-Jährigen zur Mimik des Amok-Fahrers machte.

"Er hat nicht ein Wort gesagt. Er hat einen total leer und tot angeguckt. Und dabei hat er so zufrieden gewirkt. Es war total angsteinflößend", sagte die junge Frau weiter.

Ihre tapfere, aber auch gefährliche Kurzschlussreaktion erklärte die 16-Jährige wie folgt: "Ich habe einfach nur noch funktioniert und nicht nachgedacht". Der mutmaßliche Täter, der wenig später festgenommen wurde, schweigt derzeit zu den Tatvorwürfen.

Das Amtsgericht Kassel hat die Untersuchungshaft gegen den Tatverdächtigen auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angeordnet (TAG24 berichtete).

61 Menschen wurden bei dem Attentat verletzt, darunter 20 Kinder.
61 Menschen wurden bei dem Attentat verletzt, darunter 20 Kinder.  © DPA/Elmar Schulten

Titelfoto: dpa/Uwe Zucchi

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