Volksmusik-Legende Kiertscher ist tot!

Nach einem Schlaganfall 2013 verlor Kiertscher seine wundervolle Stimme.
Nach einem Schlaganfall 2013 verlor Kiertscher seine wundervolle Stimme.

Von Eric Hofmann

Wilthen - Das Herz eines großen Künstlers hat aufgehört zu schlagen: 45 Jahre war Adolf Kiertscher (†72) Chef der „Kapelle Oberland“, war weit über die Lausitz bekannt.

Selbst nach seinem offiziell letzten Auftritt spielte er noch vor Publikum. Doch jetzt starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.

16.471 Auftritte, 21 CDs - Kiertschers Leben war eine einzige Volksmusikshow. Und das, obwohl er keine einzige Note lesen konnte. Bis zu dreimal am Tag stand er auf der Bühne, auch mit Szene-Stars wie Heino.

„Es war wohl das schlimmste für ihn, dass er nach seinem Schlaganfall 2013 seine wundervolle Stimme verloren hat“, sagt seine Witwe Rosina (71) unter Tränen.

16.471 Auftritte, 21 CDs - Kiertschers Leben war eine einzige Volksmusikshow.
16.471 Auftritte, 21 CDs - Kiertschers Leben war eine einzige Volksmusikshow.

„Es tut so weh ihn zu verlieren, aber ich gönne ihm seine Ruhe“, sagt sie.

Bis zur Erkrankung trat er noch mit Trompete, Keyboard oder Akkordeon bei privaten Feiern auf, leistete sich 2012 einen sieben Meter langen Ford Mercury - ein Lebenstraum.

„Ich kann den nicht fahren“, sagt die Witwe, die er immer liebevoll „Sinni“ nannte. „Aber es wird sich schon jemand finden, der den Wagen kaufen will.“

Auch die Akkordeons ihres Mannes - er hatte zu Spitzenzeiten 27 Stück - gab sie über ein Musikhaus zum Verkauf frei. „Nur sein Lieblingsakkordeon habe ich behalten. Zur Erinnerung an meinen Adolf.“

Fotos: Thomas Türpe


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