Volks-Rock'n'Roller Gabalier trägt jetzt auch Kopftuch

Andreas Gabalier (33) kritisiert Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73).
Andreas Gabalier (33) kritisiert Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73).  © dpa/Fachebook

Steiermark/Österreich - Was ist denn da los? Der beliebte und fröhliche Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier (33) trägt Kopftuch. Das Foto, welches er auf Facebook veröffentlichte, kommt mit heftiger Kritik an den österreichischen Präsidenten daher.

Mit dem Spruch zum Tragen von Kopftüchern hat der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73) jüngst für Aufsehen gesorgt. Seit fast 100 Tagen im Amt hat sich der Ex-Grünen-Politiker in Österreich zum Tragen des Kopftuches geäußert: "Bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen, alle, aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun."

Diese Aussage aber stieß auf heftige Kritik in der Öffentlichkeit. Die Präsidentschaftskanzlei hatte auf Facebook dazu geschrieben, dass Van der Bellen damit der Stigmatisierung von Kopftuch tragenden Frauen entgegenwirken wollte. Der Bundespräsident habe den inakzeptablen Umgang mit Kopftuchträgerinnen in zugespitzter Form kritisiert.

Jetzt sprang der allseits bekannte und besonders von Frauen geliebte Musiker Andreas Gabalier ("I sing a Liad für Di") genau auf diesen Satz an.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73): "Es war mein Fehler, wenn man so will."
Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73): "Es war mein Fehler, wenn man so will."  © DPA

Auf Facebook veröffentlichte der Sänger ein hämisch-bissiges Statement. Der rockige Schmusesänger hat sich kurzerhand mit einem Kopftuch in Szene gesetzt (aus "Solidarität" mit "unseren Frauen"). Gabalier kritisiert so indirekt den liberalen Kurs des Bundespräsidenten. Über 88.000 Likes, 24.000 Mal geteilt sowie ganze 6700 Kommentare sprechen eine eigene Sprache...

Original-Zitat: "Dear Mr. President ! Nachdem für Sie "der Tag in unserem Land noch kommen wird, an dem wir ALLE Frauen bitten werden müssen ein Kopftuch zu tragen, aus Solidarität anderen Kulturen gegenüber denen es die "Religion vorschreibt", habe ich mir heute schon einmal eines aus Solidarität unseren Frauen gegenüber aufgesetzt!"

"In weiser Voraussicht auf das noch folgende Alkoholverbot aus Solidarität jenen Religionen gegenüber in denen man keinen Alkohol trinkt, habe ich heute schon einmal damit begonnen mein Verdauungsschnapserl nach meinem geliebten Schweinsbraten gegen ein Stamperl steirisches Kernöl zu ersetzen!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr VolksRock'n'Roller"

Update 18.00 Uhr: Van der Bellen hat sich zur Kopftuch-Sache gegenüber krone.at geäußert: "Hin und wieder wird man auch etwas sagen müssen, wo man im Moment viel Kritik einsteckt. Aber auf Dauer wird vielleicht doch verstanden, was man eigentlich sagen wollte."

Donnerstagnachmittag versuchte es der kritisierte Präsident mit einer Erklärung für sein "missverständliches, manche meinen eher verunglücktes Beispiel mit dem Kopftuch" und dem Davidstern in der NS-Zeit zur heutigen Lage der Muslime. "Es war mein Fehler, wenn man so will", sagt das Staastoberhaupt in krone-Interview.

Titelfoto: dpa/Fachebook

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