Macht VW die Manufaktur komplett dicht?

VW dementierte die Gerüchte, die Gläserne Manufaktur schließen zu wollen.
VW dementierte die Gerüchte, die Gläserne Manufaktur schließen zu wollen.

Von Torsten Hilscher

Wolfsburg/dresden - Nun wird’s wohl amtlich: Der Aufsichtsrat von VW soll am Freitag das Aus für die Gläserne Manufaktur ab 2016 beschließen. So lautet ein Vorabbericht der „WirtschaftsWoche“. Der Konzern hält (noch) dagegen.

Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, beraten die VW-Aufsichtsräte am Freitag das komplette Aus der Manufaktur.

Demnach geht es nicht mehr nur um eine Verlagerung der Endmontage des hier produzierten Phaeton nach Westsachsen ab 2016, sondern um die Schließung der Dresdner Fabrik. Die hätte dann - mit Vorproduktion - gerade einmal 16 Jahre der Autofertigung gedient. Zukunft offen.

Die Gläserne Manufaktur in Dresden.
Die Gläserne Manufaktur in Dresden.

VW allerdings dementiert heftig. „Der Vorstand der Marke Volkswagen hat beschlossen, dass es einen Phaeton-Nachfolger geben wird“, sagte Sprecher Christoph Adomat MOPO24.

„Im Zuge der Neuausrichtung zu einem vollelektrischen Fahrzeug werden derzeit verschiedene Szenarien für die Gläserne Manufaktur entwickelt.

Die Gläserne Manufaktur ist fester Bestandteil dieser geplanten Neuausrichtung.“ Was er nicht sagt: Ob die Manufaktur bestenfalls ein Showroom für den E-Phaeton wird - der wiederum nicht vor 2019/2020 kommen soll.

Am Abend meldeten sich dann VW-Chef Matthias Müller (62) und Konzern-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh gegenüber MOPO24 zu Wort.

„Wir haben alternative Ideen für die Fertigung in Dresden. Wir stehen zur Gläsernen Manufaktur und den Beschäftigten“, so Müller.

Arbeitnehmerboss Osterloh (59): „Dresden ist und bleibt fester Bestandteil der VW-Familie. Und auch wenn das neue Phaeton-Konzept später kommt, heißt das nicht, dass wir Anlass haben, Dresden in Frage zu stellen.“

Käme es anders, wären auch das Café „Lesage“ und seine 14 Mitarbeiter betroffen. Betrieben wird es vom Dresdner Kempinski. Dessen Chef Marten Schwass (55): „Wir haben noch einen laufenden Vertrag. Auch für 2016.“

Wo liegt jetzt die Wahrheit? MOPO24 bleibt dran.

Fotos: dpa/Arno Burgi (2)


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