DSC holt Eigengewächs Michelle Petter aus Suhl zurück, Rolfzen bestätigt ihren Abschied

Eine Kämpferin mit großen Emotionen, die in Dresden Nummer zwei gegen Nummer sechs tauscht: Libera Michelle Petter (20).
Eine Kämpferin mit großen Emotionen, die in Dresden Nummer zwei gegen Nummer sechs tauscht: Libera Michelle Petter (20).

Dresden - Der Kader der DSC-Volleyballerinnen nimmt immer weiter Form an und diese Nachricht dürfte alle Fans besonders freuen: Denn nach der Verpflichtung von Mittelblockern Barbara Wezorke (24) holt der Verein nun das zweite Talent aus den eigenen Reihen zurück.

Wie der Klub am Mittwoch bekannt gab, wechselt Libera Michelle Petter (20) vom VfB Suhl Lotto Thüringen zurück zum Bronzemedaillengewinner. Es gibt allerdings auch traurige Nachrichten, denn Amber und Kadie Rolfzen werden nicht zum DSC zurückkommen.

Für die 1,76 Meter große Annahme- und Abwehrspezialistin Petter geht hingegen ein großer Traum in Erfüllung. Denn die gebürtige Dresdnerin lernte das Volleyball-ABC beim DSC, spielte für die Ausbildungsmannschaft VC Olympia Dresden, wurde mehrfach deutsche Jugendmeisterin.

Vor zwei Jahren musste sie sich schweren Herzens aber aus Dresden verabschieden, denn mit Myrthe Schoot und Lisa Stock war die Libero-Position bereits doppelt besetzt. Bei ihrer Verabschiedung beim VC Olympia flossen bittere Tränen. Also ging Petter nach Suhl, um dort Spielpraxis in der Bundesliga sammeln zu können, doch schon damals machte sie klar, dass sie eines Tages zu ihrem Herzensverein zurückkehren möchte.

Michelle Petter (20) beim Foto-Shooting für den VC Olympia Dresden. Demnächst kann sie die Aussicht über ihre Heimatstadt von den Lingnerterrassen wieder genießen.
Michelle Petter (20) beim Foto-Shooting für den VC Olympia Dresden. Demnächst kann sie die Aussicht über ihre Heimatstadt von den Lingnerterrassen wieder genießen.  © Lutz Hentschel

Petter unterschreibt zunächst einen Einjahresvertrag und wird künftig mit der Trikotnummer sechs auflaufen. "Ich kenne Michi schon lange. Sie hat einen prima Charakter und ist eine große Kämpferin. Ich freue mich darauf, sie in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen", sagte Trainer Alexander Waibl.

Dass der Weg für Petter in Dresden frei wurde, ist nur dank einer teilweise externen Finanzierung durch einen Sponsor möglich. Denn eigentlich sah das Budget des fünffachen Meisters keine Doppelbesetzung der Libera-Position vor. Doch die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig das ist, angesichts der Dreifachbelastung in Liga, Pokal und europäischem Geschäft.

"Da ich eine gebürtige Dresdnerin bin und beim VC Olympia die Grundsteine gelegt bekommen habe, war es schon immer ein Traum von mir, für den DSC zu spielen", sagt Petter, die von klein auf zusammen mit ihren Eltern bei jedem Heimspiel in der Margon Arena auf der Tribüne saß.

"Ich habe immer zu Schwabi (Katharina Schwabe, Anm. d. Red.) und Mareen aufgesehen und nun mit beiden in einer Mannschaft spielen zu dürfen, ist ein gutes Gefühl", freut sich die 20-Jährige auf ihre neue Herausforderung.

In Suhl ist man natürlich traurig, dass Michelle geht, am Dienstag gab der Verein ihren Abgang bekannt: "Das ist sehr schade und wir hätten Michi gerne weiterhin in unserem Team gehabt. Sie hat in den letzten beiden Jahren eine gute Entwicklung in der Bundesliga genommen. Wir wünschen ihr sportlich sowie privat alles Gute für die Zukunft“, erklärte Manager Heiko Koch.

Petter ist nach Zuspielerin Madison Burg (USA), Wezorke, den beiden Mittelblockerinnen Ivana Mrdak (Serbien) und Sasa Planinsec (Slowenien) sowie Diagonalangreiferin Piia Korhonen (Finnland) der sechste Neuzugang. Der aktuelle Kader umfasst damit elf Spielerinnen.

Auf der Suche ist der DSC nun vor allem nach einer starken Außenangreiferin, da weder Kadie Rolfzen, noch ihre Schwester Amber zurückkehren. Das Gerücht, dass Kadie nach Japan geht, wollte sie nicht bestätigen, ihren Abgang jedoch schon: "Ja, es stimmt, dass ich den DSC verlasse, obwohl ich meine Zeit hier in Dresden wirklich genossen habe. Sollte sich in der Zukunft noch einmal die Möglichkeit bieten, zurückzukommen, würde ich das gern tun. Ich liebe Dresden, die Leute, die Fans und es war ein toller Start in meine Profikarriere", sagt Kadie zu TAG24. Wo die US-Amerikanerin in der nächsten Saison spielt, ist also noch unklar, beim DSC aber auf keinen Fall.


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