Dachschaden und zu kleine Halle: Bekommt der DSC trotzdem keine neue Arena?

Dirk Hilbert (2.v.r.) empfing nach dem Double-Gewinn, die Volleyballerinnen um ihren Vorstands-Chef Jörg Dittrich.
Dirk Hilbert (2.v.r.) empfing nach dem Double-Gewinn, die Volleyballerinnen um ihren Vorstands-Chef Jörg Dittrich.

Dresden - Krasser könnte der Unterschied kaum sein. Geht es um die Zuschauergunst in der Frauen-Bundesliga, sind die DSC-Volleyballerinnen die absolute Nummer eins. Vergleicht man aber die Sportstätten nach ihrer Modernität, dann rangieren die Dresdnerinnen mit der Margon Arena ganz weit hinten, im Vergleich der Landeshauptstädte sogar mit Abstand auf dem letzten Platz.

Schon seit langem ist der DSC der Zuschauer-Krösus: In der Hauptrunde kamen in den vergangenen Jahren in die Halle an der Bodenbacher Straße 26231 Fans (Saison 2013/14), 28985 (2014/15) und vergangene Saison 32 207 Besucher. Damit lag der Meister rund 10.000 bis 12.000 (!) Zuschauer vor dem jeweils Zweitplatzierten (Allianz Stuttgart bzw. Schweriner SC).

Die Zahlen zeigen zugleich: Die Dresdner Schmetterlinge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 2015/16 war die Margon Arena in Sachen Zuschauerkapazität im Schnitt zu 92 Prozent ausgelastet - ein absoluter Spitzenwert.

Die Arena hat mehr als 18 Jahre auf dem Buckel und kommt an ihre Grenzen - auch was die Ausstattung und die Funktionalität betrifft. Investiert wurde zumeist nur zur Schadensbegrenzung - zum Beispiel am Dach, weil es immer wieder reinregnet. In den Landeshauptstädten Stuttgart, Potsdam, Berlin, Erfurt, Schwerin und Wiesbaden entstanden für Dresdens Bundesliga-Kontrahenten moderne Sportstätten. Elbflorenz hinkt trotz internationaler Präsenz in der Champions League weit hinterher.

"Wir waren jetzt dreimal Meister in Folge, haben im Vorjahr das Double geschafft. Aber wir müssen uns auch im Umfeld entwickeln. Dazu gehört ganz dringend unsere Spielstätte", macht DSC-Vorstandschef Jörg Dittrich klar.

Schon eine halbe Ewigkeit drängt der Verein bei der Stadt auf einen zweistöckigen Anbau auf der Terrasse der Margon Arena mit einem modernen Multifunktionsraum und VIP-Logen, was allen Hallennutzern zugute käme. Die Pläne dazu liegen seit 2012 (!) beim DSC bereit. Aber das wäre die Minimal-Variante.

Als Vision schwebt Dittrich & Co. eine moderne Multifunktions-Arena mit 5000 bis 6000 Zuschauerplätzen vor - für Sportveranstaltungen, Konzerte und Kongresse.

Volle Halle und tolle Stimmung bei einem Heimspiel der DSC-Schmetterlinge. Vergangene Saison sorgte der deutsche Meister im Schnitt für eine 92-prozentige Auslastung der Zuschauerkapazität. Das ist ein absoluter Spitzenwert.
Volle Halle und tolle Stimmung bei einem Heimspiel der DSC-Schmetterlinge. Vergangene Saison sorgte der deutsche Meister im Schnitt für eine 92-prozentige Auslastung der Zuschauerkapazität. Das ist ein absoluter Spitzenwert.

Doch dazu gab es schon nach dem Double-Gewinn 2016 einen Dämpfer, denn der Stadt fehlt das Geld.

"Nur mit einem privaten Investor wird ein Hallenbau sehr viel wahrscheinlicher", hatte OB Dirk Hilbert seinerzeit erklärt.

Und daran hat sich nichts geändert. Zum Thema Margon Arena antwortete Sportbürgermeister Peter Lames auf eine Anfrage von TAG24: "Wir haben im Doppelhaushalt 2017/18 die Mittel für die dringend benötigte Sanierung des Dachs eingestellt. Diese soll 2018 umgesetzt werden. Parallel dazu laufen die Planungen eines Anbaus. ... Unter der Voraussetzung der Einordnung der finanziellen Mittel im nächsten Doppelhaushalt wäre die Realisierung 2019/2020 möglich."

Keine moderne größere Halle. Und ein Anbau an die Margon Arena erst in drei Jahren. Nicht gerade rosige Aussichten für die DSC-Volleyballerinnen...


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