Coach Waibl vom Dresdner SC mit Kampfansage und Kritik am Rathaus

Dresden - Die erste DSC-Volleyballerin ist schon weg. Nur zwei Tage nach dem letzten Saisonspiel, der 1:3-Niederlage beim Schweriner SC und damit dem Aus im Play-off-Halbfinale, verließ Camilla Weitzel (17) Dresden. Die Mittelblockerin reiste zur Juniorinnen-Nationalmannschaft, die sich auf die Qualifikation zur "U19"-EM Ende April in Vilsbiburg vorbereitet.

Mareen Apitz stellt den Ball zu. Sie soll langfristig an den Verein gebunden werden.
Mareen Apitz stellt den Ball zu. Sie soll langfristig an den Verein gebunden werden.  © Lutz Hentschel

Einige Schmetterlinge des Pokalsiegers und Meisterschafts-Dritten werden Elbflorenz in den nächsten Tagen und Wochen allerdings für immer verlassen. Insgesamt sieben Verträge laufen aus.

"Unsere Mannschaft ist menschlich überragend, das sind super Typen. Alle haben sich voll reingehauen, in jeder Einheit. Ganz gleich, wer uns verlässt - das ist, als würde ich mir ein Stück Arm abschneiden", sagt Alex Waibl.

"Aber ich bin auch Cheftrainer und als solcher muss ich alles dafür tun, dass wir kommende Saison mehr Durchschlagskraft im Angriff entwickeln."

Mit Blick auf die gerade beendete Saison unterstreicht der Erfolgscoach, der seit 2009 sieben Titel mit dem DSC erkämpft hat:

"Wir haben mit dem Pokalsieg das Maximale erreicht. Aber wir müssen auch realistisch sehen: Bis Weihnachten haben wir über dem gespielt, was man sich in den kühnsten Träumen erhoffen konnte. In der zweiten Saisonhälfte sind Schwerin und Stuttgart mit dem Niveau nach oben gegangen. Da konnten wir nicht mithalten. Sie hatten mehr Potenzial, insbesondere im Angriff."

Alex Waibl analysierte im Gespräch mit TAG24 die vergangene Saison, die mit dem Pokalsieg ihren Höhepunkt hatte. Der DSC-Chefcoach sagte auch, wo der Schuh drückt, zeigte sich kritisch und machte eine Kampfansage.
Alex Waibl analysierte im Gespräch mit TAG24 die vergangene Saison, die mit dem Pokalsieg ihren Höhepunkt hatte. Der DSC-Chefcoach sagte auch, wo der Schuh drückt, zeigte sich kritisch und machte eine Kampfansage.  © Lutz Hentschel

Doch Alex Waibl lamentiert nicht, er macht vielmehr eine Kampfansage:

"Wir sind Pokalsieger, haben Bronze in der Meisterschaft und damit als einzige Mannschaft zwei Medaillen in diesem Jahr. Aber unser Anspruch ist, dass wir auf Augenhöhe oder besser sein wollen als Schwerin und Stuttgart. Deshalb müssen wir jetzt nach langer Sparsamkeit auch mal Geld in die Hand nehmen, um uns schlagkräftig zu verstärken."

Eine erfreuliche Nachricht gibt es bereits zum Thema Kaderplanung: Der Verein will Zuspielerin Mareen Apitz (31) längerfristig an sich binden und ist dabei auf einem guten Weg...

Hat der Chefcoach, der im Februar bereits bis 2021 beim DSC verlängert hat, eine Vision? Waibl überlegt lange, sagt dann: "Vision oder Illusion? Wir brauchen eine große und moderne Halle.

Aber das kann ich nicht beeinflussen, die Realisierung hängt von den Verantwortlichen der Stadt ab. Hier sieht es allerdings so aus, dass man uns gern nach Erfolgen gratuliert, aber nicht investiert."


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