Deshalb wird der DSC-Coach kein Bundestrainer

Alexander Waibl im Gespräch mit dem neuen Co-Trainer der Nationalmannschaft, Andreas Vollmer.
Alexander Waibl im Gespräch mit dem neuen Co-Trainer der Nationalmannschaft, Andreas Vollmer.

Von Tina Hofmann

Dresden - Er war ein heißer Kandidat, um die deutschen Volleyball-Damen bei der Olympia-Qualifikation in Ankara/Türkei im Januar 2016 zu betreuen, doch nun hat DSC-Coach Alexander Waibl dem Verband eine Absage erteilt!

Und das aus gutem Grund: Denn ursprünglich sollte Waibl gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Felix Koslowski ein gleichberechtigtes Team bilden.

Doch offenbar hatte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) auf einmal anderen Intentionen, wollte Waibl nur zum Assistenten von Koslowski machen, der am Montag als neuer Chefcoach für die Olympia-Qualifikation benannt wurde.

"Es waren interessante Gespräche, aber letztlich haben unsere Vorstellungen nicht zusammengepasst", kommentierte Alexander Waibl seine Entscheidung.

Alexander Waibl konzentriert sich nun lieber auf seinen Aufgabe beim DSC.
Alexander Waibl konzentriert sich nun lieber auf seinen Aufgabe beim DSC.

Die Überlegungen wurden überhaupt erst nötig, da der Verband nach einem mehr als enttäuschenden Sommer Chef-Trainer Luciano Pedulla den Stuhl vor die Tür setzte.

Am Sonntag bekam Waibl in finalen Gesprächen schließlich den Co-Trainer-Posten angeboten, doch das lehnten er sowie der Verein ab.

Waibl hätte nur in der Funktion einer "Speerspitze" mit Koslowski zur Verfügung gestanden. Co-Trainer ist nun Andreas Vollmer vom USC Münster.

"Unser Cheftrainer war und ist gern bereit, den DVV in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Auch wir als Dresdner SC hätten unseren Meistertrainer gern für die schwierige Mission Olympia-Quali ‚ausgeliehen‘ – obwohl es das Erreichen unserer eigenen Ziele sicherlich nicht erleichtert hätte", meinte DSC-Boss Jörg Dittrich.

"Nun hat sich der Verband entschieden, auf eine andere Lösung zu setzen und damit auf Alex‘ Impulse in verantwortlicher Position zu verzichten. Das respektieren wir. Wir wünschen den Interims-Trainern und der Nationalmannschaft für die schwere Aufgabe viel Erfolg! Wir werden sie natürlich trotzdem unterstützen, wo wir können", erklärte er weiter.

Felix Koslowski führt die Nationalmannschaft als Chefcoach nach Ankara.
Felix Koslowski führt die Nationalmannschaft als Chefcoach nach Ankara.

Warum der Verband von der Idee, Koslowski und Waibl als gleichberechtigte Partner nach Ankara zu schicken, abgerückt ist, wurde nicht bekannt.

Dabei ist der DSC-Coach aktuell der erfolgreichste Trainer in ganz Deutschland. 2009 übernahm der die Mannschaft von Vorgänger Arnd Ludwig, führte das Team sofort zum Pokalsieg und zum Gewinn des europäischen Challenge Cups.

Seit 2011 stand der DSC unter seiner Leitung zudem fünf Mal in Serie im Finale um die deutsche Meisterschaft, sicherte sich davon zwei Mal den Titel (2014, 2015).

Im März 2014 drang sein Team zudem ins Halbfinale des CEV-Cups vor, und in der abgelaufenen Saison gelang in der Champions League die Teilnahme an den Play-offs.

Derartige Meriten hat aktuell keiner der Bundesliga-Trainer vorzuweisen, auch wenn Koslowski die deutsche Nationalmannschaft als Co-Trainer vom ehemaligen Chefcoach Giovanni Guidetti jahrelang begleitete.

Weder Koslowski noch Vollmer konnten bislang einen Pokalsieg oder die Meisterschaft als Cheftrainer feiern.

Waibl wird sich nun also komplett und ausschließlich auf die Arbeit beim DSC konzentrieren und sicher ist seine schwangere Frau Stefanie nicht böse, ihn im Dezember und Januar nun nicht entbehren zu müssen.

Fotos: Lutz Hentschel, dpa


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