Vom Meer zurück nach Bautzen: Er baut jetzt Tischkicker made in Sachsen

Bautzen - Mal eben das schöne Leben unter der Sonne Spaniens und das Meeresrauschen hinter sich lassen und zurück in die sächsische Heimat ziehen? Für manch einen nicht nachvollziehbar. Für André Mirtschink (33) war die Entscheidung aber schnell beschlossene Sache.

André Mirtschink (33) ist in seine Heimat zurückgekommen und baut hier eine Kicker-Manufaktur auf.
André Mirtschink (33) ist in seine Heimat zurückgekommen und baut hier eine Kicker-Manufaktur auf.  © Eric Münch

Mit einer Tischkicker-Manufaktur machte er sich selbstständig, will so auch seine Region bereichern und das Handwerk stärken.

"Das hat alles schon während des Studiums angefangen", erzählt Mirtschink. "Ich habe in Dresden Chemie studiert, meine Freunde und ich haben immer schon gern gekickert, gegen die Profis hatten wir aber keine Chance."

Schnell war die Idee geboren, selbst einen Tischkicker zu bauen. "Wir wollten unbedingt üben und besser werden. Kicker, die industriell gefertigt werden, konnten wir uns aber nicht leisten."

Handwerklich geschickt baute Mirtschink seinen ersten Kickertisch. Sein Studium in Dresden war irgendwann samt Diplom bestand. "Dann ging es für mich nach Frankreich zum Praktikum, danach vier Jahre nach Amsterdam", erzählt Mirtschink.

Später verschlug es ihn nach Spanien. "Dort wollte ich irgendwann eine Professur antreten." Doch er merkte schnell, dass der Uni-Alltag doch nichts für ihn war.

Die Modelle sind individuell gestaltbar: so wie dieser Tisch, den ein Tätowierer mit einem Lötkolben veredelt hat.
Die Modelle sind individuell gestaltbar: so wie dieser Tisch, den ein Tätowierer mit einem Lötkolben veredelt hat.  © Eric Münch

"Also habe ich mich neu orientiert und noch in Spanien angefangen, Kicker selbst und hochwertig zu bauen." Es dauerte nicht lange, da merkte der 33-Jährige, dass er damit in der Heimat wohl besser aufgehoben sein würde.

"Also habe ich alles eingepackt und bin jetzt hier in Bautzen in der Tuchmacherstraße gelandet."

Mit seiner Manufaktur "Kicker-Rabatz" will Mirtschink für das Handwerk begeistern. "Ich nutze verschiedene Verarbeitungstechnicken, unterschiedliche Hölzer. So wird jeder Tisch individuell." Rund zwei Wochen braucht er, bis ein Kicker fertig ist. Spielfeld und Spielfiguren kauft er zu, der Rest ist echte Handarbeit.

"Je nachdem, welches Holz ich verwende, kostet ein Tisch am Ende zwischen 3.000 und 5.000 Euro", sagt der Rückkehrer.

"Aber dafür hat man auch ein ganz individuelles Stück. Ob Muster oder spezielle Schriftzüge auf dem Holz, nahezu alles ist möglich. Wir haben jetzt ein wenig experimentiert und beispielsweise einen Tätowierer geholt, der einem Tisch mit einem Lötkolben einen besonderen Look verpasst hat."

Infos gibt’s übrigens >>> hier.

So ein von Hand gefertigter Kickertisch kostet, je nach Art und verwendetem Holz, "Transfersummen" zwischen 3 000 und 5 000 Euro.
So ein von Hand gefertigter Kickertisch kostet, je nach Art und verwendetem Holz, "Transfersummen" zwischen 3 000 und 5 000 Euro.  © Eric Münch

Titelfoto: Eric Münch

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