Von Frost im April bis Hitzewelle: Die Wetter-Extreme des Jahres im Ländle

35 Grad zeigt ein Thermometer am 29.05.2017 vor dem Münster in Freiburg. (Archivbild)
35 Grad zeigt ein Thermometer am 29.05.2017 vor dem Münster in Freiburg. (Archivbild)  © DPA

Stuttgart - Das Wetter ist nicht nur ein beliebtes Thema für den Smalltalk, es hat in diesem Jahr im Südwesten auch oft für Schlagzeilen gesorgt.

Erst war es zu kalt, später dann zu heiß - vom Wind ganz zu schweigen. Das Wetter hat die Menschen im Südwesten im ablaufenden Kalenderjahr oft überrascht. Die Landwirte traf es besonders hart.

Noch im Frühling hieß es im Südwesten: Mütze auf und Schal fest umwickeln. Starker Frost hielt die Schleusentore bei Neckargemünd und Schwabenheim Ende Januar für mehrere Tage geschlossen, zeitweise steckten 25 Frachtschiffe fest.

Dass sogar im April noch frostige Temperaturen gemessen wurden, wertete das Land als Naturkatastrophe und stellte ein finanzielles Hilfspaket für Landwirte bereit. Vielen hatte der Frost die Ernte verhagelt. Bauern am Bodensee sprachen von 75 Prozent weniger Äpfeln als im Vorjahr.

Nicht nur die Kälte, sondern auch der Windsetzte dem Südwesten zu. Anfang August forderte ein Unwetter mit starkem Sturm ein Todesopfer: Ein 30 Meter hoher Baum stürzte auf ein Zeltlager und erschlug einen 15-jährigen Jungen aus Herrenberg (Kreis Böblingen). Drei weitere Jugendliche wurden verletzt. Anfang Mai vermeldete der Deutsche Wetterdienst für Herrenberg sogar einen Tornado.

Ein Auto fährt am 22.06.2017 auf der Autobahn 6 bei Hockenheim an einer durch extreme Hitze aufgeplatzten Fahrbahn vorbei. (Archivbild)
Ein Auto fährt am 22.06.2017 auf der Autobahn 6 bei Hockenheim an einer durch extreme Hitze aufgeplatzten Fahrbahn vorbei. (Archivbild)  © DPA

Im Juni und Juli hielten Hitzwellen das Land in Atem. Subtropische Luft brachte zeitweise Temperaturen von bis zu 37 Grad in die Rheinebene und 34 Grad nach Stuttgart. Auf mehreren Straßen - darunter der A6 - gab es sogenannte "Blow-Ups".

Sie entstehen auf älteren Fahrbahnen aus Beton, wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen. Auf manchen Strecken verhängten die Regierungspräsidien zeitlich begrenzte Tempolimits, um die Unfallgefahr durch zu reduzieren.

Während der warmen Monate von Mai bis September hatte zumindest die Landeshauptstadt ein Wetterproblem weniger: den Feinstaub. In allen anderen Monaten schlug die Stadt an mehreren Tagen Feinstaubalarm.

Das geschieht immer dann, wenn Experten an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre erwarten. Autofahrer sollen während dieser Zeitspannen auf Bahnen und Busse umsteigen, außerdem gibt es ein Verbot für private Kaminöfen.

April, April, macht was er will - mit dem berühmten Aprilwetter machte in diesem Jahr ausnahmsweise auch der November auf sich aufmerksam: Mitte des Monats starteten auf dem Feldberg die ersten Skifahrer in die Wintersportsaison. Eine knappe Woche später kletterten die Temperaturen in Stuttgart hingegen auf bis zu 17 Grad.

Ähnliche Werte im November wurden laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes zuletzt im Jahr 1989 gemessen. In Freiburg zeigte das Thermometer Anfang November sogar noch knapp 23 Grad an und lockte sogar manche in den Badesee.

ARCHIV - Ein Mann hält am 02.10.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Kretschmann (Die Grünen) ein Schild mit der Aufschrift "Feinstaub 21 (durchgestrichen) hoch. Die Organisatoren einer Demonstration fordern die Annahme des Fahrverboturteils des Verwaltungsgerichts Stuttgart, dass als Reaktion auf die Stickoxidbelastung in der Stadt ein Fahrverbot für ältere Diesel und Benziner verhängt hat. (zu dpa: "Von Frost im April bis Hitzewelle - die Wetter-Extreme des Jahres" vom 08.12.2017) Foto: Sina Schuldt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein Mann hält am 02.10.2017 in Stuttgart vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Kretschmann ein Schild mit der Aufschrift "Feinstaub 21 (durchgestrichen) hoch. (Archivbild)
Ein Mann hält am 02.10.2017 in Stuttgart vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Kretschmann ein Schild mit der Aufschrift "Feinstaub 21 (durchgestrichen) hoch. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0