Vor Bomben-Entschärfung: Jetzt werden die Krankenhäuser geräumt

Patienten des Bürgerhospitals werden in Sicherheit gebracht.
Patienten des Bürgerhospitals werden in Sicherheit gebracht.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Frankfurt - Einen Tag vor der Entschärfung einer Weltkriegsbombe im Westend ist in der Bankenstadt die größte Evakuierung in der Geschichte der Bundesrepublik angelaufen (TAG24 berichtete).

Patienten aus zwei Krankenhäusern in der Sperrzone wurden am Samstag verlegt, wie Sprecher von Polizei und Feuerwehr berichteten.

"Bislang gab es keine Probleme", sagte ein Polizeisprecher. Außer dem Bürgerhospital und dem Marienkrankenhaus müssen noch zehn Altenheime geräumt werden. Die Stadtpolizei verteilte am Samstag im Sperrgebiet Flyer, mit denen die Anwohner noch einmal auf die Evakuierung hingewiesen wurden.

Von der größten Geburtsstation Hessens im Frankfurter Bürgerhospital wurde das letzte Baby verlegt, wie Steffen Kunzmann, Chefarzt der Neonatologie, sagte. Bereits seit Donnerstag seien nach und nach Neugeborene wegtransportiert worden. "Die Solidarität der umliegenden Kliniken ist fantastisch. Alle haben sofort ihre Unterstützung angeboten", erklärte Kunzmann. Insgesamt waren 20 Babys betroffen.

"Bei der Verlegung ist wichtig, dass alle Patienten, nicht nur die Neugeborenen, auf dem Niveau weiterbehandelt werden können, auf dem sie auch im Bürgerhospital behandelt werden", betonte Uwe Schweigkofler. Der Leitende Arzt des Notfall- und Rettungsteams der Frankfurter Unfallklinik, in die ein Großteil der erwachsenen Patienten verlegt wird, leitet die Evakuierung des Bürgerhospitals, die er als "großen logistischen Aufwand" bezeichnet. Am Samstag mussten aus dem 320-Betten-Haus laut Klinikangaben etwas mehr als 100 Patienten verlegt werden.

Auf der Nibelungenallee bildeten Rettungswagen vor der Klinik eine lange Warteschlange, bevor sie auf den Klinikhof fahren und Patienten übernehmen konnten. Bis 18 Uhr sollte die Maßnahme abgeschlossen sein. "Dann würden wir hier sozusagen gerne die Kette vorlegen und abschließen", sagte Klinikgeschäftsführer Wolfgang Heyl.

Wegen der Entschärfung der am Universitäts-Campus Westend entdeckten Luftmine müssen am Sonntag mehr als 60.000 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen (TAG24 berichtete).

Damit Einbrecher und andere Kriminelle das nicht ausnutzen können, will die Polizei bereits am Samstag mit mehr Kräften als sonst in den betroffenen Stadtteilen unterwegs sein.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst


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