Stadtverwaltung reduziert Papierverbrauch um die Hälfte, und Ihr könnt das auch!

Hamburg - Hamburgs Verwaltung wird zusehends nachhaltiger, zumindest was den Papierverbrauch angeht. Sie verbraucht nur noch halb so viel Papier wie noch vor einigen Jahren.

Schon vor Jahren warb die Initiative "Pro Recyclingpapier" in München mit diesem überdimensionalen Aktenordner. Inzwischen tut sich was.
Schon vor Jahren warb die Initiative "Pro Recyclingpapier" in München mit diesem überdimensionalen Aktenordner. Inzwischen tut sich was.  © DPA

Der nachhaltige Umgang mit Papier ist nämlich gar nicht so schwer. Das zeigen zumindest diese Zahlen:

Im Jahr 2015 hatten die Behörden in der Hansestadt knapp 466 Millionen Blatt Papier verwendet, 2017 waren es nur noch gut 217 Millionen Blatt – also weniger als die Hälfte!

Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten André Trepoll und Stephan Gamm hervor. Zahlen aus 2018 und 2019 liegen laut Senat aber leider bisher nicht vor.

Die Angaben aus den beiden vorherigen Jahren lassen trotzdem auf einen nachhaltigeren Verwaltungsapparat als zuvor hoffen.

"Es ist erfreulich, dass es Hamburg inzwischen gelungen ist, den gigantischen Papierberg in der Verwaltung zu halbieren", kommentierte Trepoll die Zahlen. Es gebe aber weiterhin "großes Potenzial für Einsparungen", betonte er.

"Wir sollten den Weg weitergehen, um die papierlose Verwaltung als kleinen Beitrag zum Naturschutz zu verwirklichen."

Würde man aus dem 2017 verbrauchten Papier einen Stapel bilden, wäre der laut CDU-Rechnung mehr als 42 Kilometer hoch. Und würde man die Blätter voreinander legen, würde die Papierschlange demnach anderthalb Mal um die Erde reichen.

Mit diesen 7 Tipps kann im Alltag jeder Papier sparen

Ein Mitarbeiter eines Unternehmens, das Qualitätsprodukte auf Altpapier-Basisherstellt, steht vor einer Wand aus Ballen mit gepressten Altpapier.
Ein Mitarbeiter eines Unternehmens, das Qualitätsprodukte auf Altpapier-Basisherstellt, steht vor einer Wand aus Ballen mit gepressten Altpapier.  © DPA

Der sparsame Umgang mit Ressourcen betrifft neben Büros und Verwaltungen inzwischen eigentlich jeden von uns. Wer überlegt mit Papier, Bürobedarf und Co. umgeht, kann zudem ordentlich Kosten sparen – im Unternehmen wie im Privaten.

Tipp 1: Papierprodukte wiederverwenden

Um bereits benutztem Papier noch einmal neues Leben einzuhauchen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Dabei darf es durchaus kreativ zugehen: Altes Zeitungspapier eignet sich bestens zum upcyceln, beispielsweise als DIY-Geschenkpapier, oder als Werk- und Bastelunterlage. Der einfachste Weg ist vielleicht, gebrauchtes Papier einfach als Notizzettel zu nutzen. Wer auf Geschenkpapier verzichtet, oder es mehrmals benutzt, kann auch schon viel Papiermüll sparen.

Tipp 2: Nachhaltig drucken

Wer ständig alles ausdruckt, verbraucht unnötig viel Papier. Hier gibt es also viel Einsparpotenzial. Um das voll auszunutzen, sollte immer erst über die Notwendigkeit von Kopien und Ausdrucken nachgedacht werden. Papier sparen geht in diesem Fall außerdem durch doppelseitigen Druck. Außerdem kann es sinnvoll sein, vor dem Ausdrucken die Schrift zu verkleinern oder mehre Seiten auf einem Blatt zu drucken, um Platz zu sparen.

Tipp 3: Digitalisierung voll ausnutzen

Was hält uns tatsächlich noch davon ab, die vielen, nützlichen und vor allem elektronischen Endgeräte nicht auch in vollem Umfang zu nutzen? Denn alles, was digital ist, zieht zwar Strom, braucht aber kein Papier. So geht die Gleichung "Weniger Papier dank digitaler Datenträger" direkt auf. Wer Rechnungen, Dokumente und Kontoauszüge digital aufbewahrt hat außerdem nicht nur Papier und Platz im Büro gespart, sondern dem stehen die Unterlagen meist auch in einer gesammelten Ablage auf dem Computer zur Verfügung. Das ist eindeutig sehr handlich!

Tipp 4: Meetings ohne Papier

Hilfereiche Tools für zeitgemäße Meetings anstelle des alteingesessenen Papierkriegs gibt es jetzt schon jede Menge: Da fängt das Spektrum bei wiederbeschreibbaren White Boards und Präsentationen über den Beamer statt auf der Papier-Flipchart erst an. Das Notizbuch wird am Arbeitsplatz und bei Meetings – Dank der eben thematisierten Digitalisierung – ja bereits sowieso schon recht oft durch Laptop oder Smartphone ersetzt.

Wer braucht im 21. Jahrhundert schon eine unübersichtliche Zettelwirtschaft im Meeting? Die Digitalisierung hat dieses Problem für uns beinahe schon gelöst.
Wer braucht im 21. Jahrhundert schon eine unübersichtliche Zettelwirtschaft im Meeting? Die Digitalisierung hat dieses Problem für uns beinahe schon gelöst.  © DPA

Tipp 5: Basteln mit Klorollen

Klingt erstmal komisch, ist aber super praktisch! Die Entdeckung von Klorollen als Material hat quasi ein neues Bastel-Universum erschaffen. Generell sind Wiederverwenden und Recyceln ein wirksamer Ansatz um unnötigem Abfall wieder einen Sinn zu geben.

Tipp 6: "Bitte keine Werbung einwerfen" und "Nein" zu Prospekten sagen

Zu Hause, im Büro und Unterwegs: Überall verfolgen einen Prospekte, Flyer und Werbung in Papierform. Das Meiste davon landet, wer kennt es nicht, direkt im Müll. Wer schon am Briefkasten mit einem "Bitte keine Werbung einwerfen"-Aufkleber deutlich macht, dass die Prospekte unerwünscht sind, hat den ersten Schritt Richtung Papier-Sparer gemacht.

Wem trotzdem immer wieder unerwünscht Werbezettel in den Briefkasten flattern, der sollte sich direkt an die Unternehmen wenden oder auf die "Robinsonliste", eine gemeinnützige Einrichtung um Verbraucher vor unerwünschter Werbung zu schützen, setzen lassen.

Tipp 7: Überflüssige Papierprodukte meiden und auf Recyclingpapier zurückgreifen

Wie die bisherigen Punkte zeigen, lässt sich im Job und im Alltag Papier schon mit einfachsten Mitteln einsparen. Wer jetzt noch beim Klopapier etwas weniger zugreift oder Recyclingpapier verwendet, kann dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Der Recyclingpapier-Trick klappt übrigens auch bei Druckerpapier und so gut wie allen andern Produkten!

Und sollte das alles noch nicht reichen, ist es heutzutage auch möglich Zeitschriften und Nachrichten online zu lesen und auch so auf Papier zu verzichten, ohne, dass bei News und Unterhaltung Abstriche gemacht werden müssten.

Der hohe Papierverbrauch ist, wie viele andere Alltagsprobleme auch, aus alt eingesessenen Gewohnheiten entstanden. Um Ressourcen zu schonen, ist es mit Sicherheit schon ein guter Anfang, sich diese bewusst zu machen.

Das perfekte Motto, für alle die jetzt Papier einsparen wollen.
Das perfekte Motto, für alle die jetzt Papier einsparen wollen.  © 123RF

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