"Vox Lux": Schockierender Amoklauf in Schule verstört brutal!

Dresden - Heftig! Anfangs ahnen die Zuschauer von "Vox Lux", der ab dem 25. Juli in den deutschen Kinos läuft, noch nichts Böses. Doch nach wenigen Minuten werden sie von den Geschehnissen auf der Leinwand völlig überrascht - und geschockt!

Die junge Celeste (Raffey Cassidy) wird zum Popstar gemacht. Dabei ist egal, dass der Stil ihrer Persönlichkeit nicht entspricht...
Die junge Celeste (Raffey Cassidy) wird zum Popstar gemacht. Dabei ist egal, dass der Stil ihrer Persönlichkeit nicht entspricht...  © PR/Atsushi Nishijima

Zu Beginn wird die freundliche Lehrerin Mrs. Dwyer (Maria Dizzia) gezeigt, die ihre Schüler nach den Ferien einzeln begrüßt und geduldig warten will, bis alle da sind.

Doch nur Sekunden später pustet ihr Cullen Active (Logan Riley Bruner) ohne erkennbaren Grund das Hirn weg und richtet anschließend ein widerwärtiges Massaker unter seinen Mitschülern an, wovon ihn auch die junge Celeste (Raffey Cassidy) trotz aller Versuche nicht abhalten kann.

Im Gegenteil: Er schießt sie ohne zu zögern nieder. Doch mit viel Glück überlebt das anschließend verstörte Mädchen.

Als sie mit der Hilfe ihrer Schwester Eleanor (Stacy Martin) als einzige Überlebende bei der live im Fernsehen übertragenen Gedenkfeier mit einem bewegenden Song auftritt, wird dieser zum weltweiten Hit, weshalb sie unter Vertrag genommen, von ihrem Manager (Jude Law) begleitet- und in eine Popstar-Rolle gedrängt wird.

17 Jahre später ist Celeste erwachsen (Natalie Portman) und Mutter von Albertine (Raffey Cassidy). Sie steht vor einem großen Comeback, hat aber unzählige private Probleme...

Rätselhaft: Was will "Vox Lux" dem Publikum sagen?

Wer ist genau wer? Die erwachsene Celeste (l., Natalie Portman) mit ihrer Tochter Albertine (Raffey Cassidy), die in den ersten zwei Akten die junge Celeste spielte.
Wer ist genau wer? Die erwachsene Celeste (l., Natalie Portman) mit ihrer Tochter Albertine (Raffey Cassidy), die in den ersten zwei Akten die junge Celeste spielte.  © PR/Atsushi Nishijima
Diese Geschichte ist äußerst sprunghaft und verwirrend umgesetzt worden.

So gibt es beispielsweise keine Erklärung dafür, warum es zu diesem Attentat kam, auch nicht im späteren Verlauf des Filmes. Das ist schade.

Denn nach einem intensiven, starken Start verliert "Vox Lux" deutlich an Qualität. Trotz eines ganz eigenen Stils, der sich von der Masse anderer Werke erkennbar abhebt, schafft es der Film nicht, die Zuschauer emotional zu fesseln.

Zu konfus und chaotisch ist der Schnitt, zu unklar die Aussagen. So bleibt am Ende vor allem eine Frage: Was will "Vox Lux" den Zuschauern sagen? Dass das Musikbusiness voller Haie ist und die Künstler mental verheizt werden? Dass emotionale Wunden sich durch das gesamte Leben ziehen und nur schwer zu verarbeiten sind? Durchaus möglich.

Doch dem jungen Regisseur Brady Corbet (The Childhood of a Leader) gelingt es schlichtweg nicht, seine Botschaften gut herauszuarbeiten.

Es gibt für die Zuschauer deshalb viele Interpretationsmöglichkeiten. Wer auf Kinoerlebnisse dieser Art steht, dürfte auch "Vox Lux" interessant finden. Der Rest wird von der Machart allerdings nicht gerade begeistert sein. Denn die drei klar unterteilten Abschnitte fügen sich nicht zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zusammen.

"Vox Lux": Wirre Storyführung sorgt für Verständnisprobleme

Natalie Portman spielt die erwachsene Celeste mit der vollen Gefühlsbandbreite.
Natalie Portman spielt die erwachsene Celeste mit der vollen Gefühlsbandbreite.  © PR/Atsushi Nishijima

So hat der Film zwar stellenweise das gewisse Etwas, ließ das Publikum in der gut besuchten Sneak Preview am 18. Juli im CineStar Original im Sony Center in Berlin aber ratlos zurück.

Nicht nur das abrupte Ende hinterließ bei unzähligen Zuschauern erkennbar Fragezeichen auf der Stirn.

Auch die wirre Storyführung sorgte für Verständnisprobleme. Wie sind die Charaktere untereinander verbunden? Wer ist jetzt genau wer?

Um das herauszufinden, muss man genau auf jedes noch so kleine (Dialog-) Detail achten und hat selbst dann Schwierigkeiten.

Denn die erwachsene Celeste hat im dritten Drittel nun mit Albertine eine Tochter, die von Cassidy gespielt wird.

Dazu wird Celeste selbst zwar von einer anderen Schauspielerin (Portman) gespielt, nicht aber ihr Manager (Law) oder ihre Schwester (Martin), die genauso alt wie in den zwei Dritteln zuvor aussehen, obwohl viele Jahre zwischen diesen einzelnen Handlungsabschnitten liegen.

Das setzt der Verwirrung die Krone auf. So hält einen "Vox Lux" zwar irgendwie bei der Stange, ist aber gleichzeitig anstrengend und ermüdend.

Gut aufgelegte Schauspieler um Natalie Portman und Jude Law in "Vox Lux"

Das abschließende Konzert setzt zwar visuelle Glanzlichter, kann musikalisch aber überhaupt nicht mitreißen.
Das abschließende Konzert setzt zwar visuelle Glanzlichter, kann musikalisch aber überhaupt nicht mitreißen.  © PR/Atsushi Nishijima

Zwar spielen die Darsteller stark dagegen an und sorgen immer wieder für packende einzelne Szenen, doch auch Cassidy ("A World Beyond"), Portman ("Star Wars" Episoden I-III), Law ("Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen") und Martin ("Nymphomaniac") gelingt es nicht, aus ihren durchwachsenen ausgeschriebenen Rollen ohne große Tiefe Gold zu machen.

Trotz all dieser Ungereimtheiten hat der Film auch seine Stärken. Die abgedrehten Kostüme, die erstklassige Beleuchtung, die abwechslungsreichen Locations und die dynamische Kameraführung sorgen visuell immer wieder für Highlights.

Das kann man von der Musikuntermalung leider nicht behaupten. Gerade beim abschließenden Konzert kommt durch die lahmen Songs überhaupt keine Stimmung auf, weshalb das plötzliche Ende nach diesen zähen Momenten auch eine Art Erleichterung ist.

Aufgrund all dessen ist "Vox Lux" ein ungewöhnlicher Film mit einem eigenen Stil und starken schauspielerischen Leistungen geworden, der sich durch seinen wirren Schnitt und seine konfuse Storyführung aber selbst im Weg steht und sein Potenzial deshalb nicht entfalten kann.

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