Wacker Nordhausen: So geht's für den Schulden-Verein nach dem Insolvenzantrag weiter

Nordhausen - Dem Fußball-Regionalligisten Wacker Nordhausen werden nach der Insolvenz in der Nordost-Staffel neun Punkte abgezogen.

Der ehemalige Sportliche Leiter und jetzige Interimstrainer Tino Berbig.
Der ehemalige Sportliche Leiter und jetzige Interimstrainer Tino Berbig.

Der Verein hatte am Dienstag den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) informiert, dass man am Montag den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt habe, wie der NOFV am Mittwochnachmittag mitteilte.

Gemäß der Spielordnung des NOFV § 6 Ziffer 7. Werden dann der "klassenhöchsten Mannschaft" des Vereins "neun Gewinnpunkte in der Regionalliga mit sofortiger Wirkung" aberkannt.

Wacker Nordhausen hat nach 18 Spieltagen in der vierten Liga 30 Punkte erzielt und liegt auf Platz fünf, neun Zähler hinter dem Tabellenführer Energie Cottbus. Nach Abzug der neun Punkte rutschen die Thüringer auf den elften Rang vor den punktgleichen Berliner AK und ZFC Meuselwitz.

Wacker Nordhausen soll laut letztem Jahresbericht mehr als neun Millionen Euro Schulden haben. Vizepräsident Hans-Joachim Junker hatte mit einem weiteren Vorstandsmitglied die Mannschaft bereits am vergangenen Mittwoch über die kritische Lage informiert.

Richtungsweisend sollen die Mitgliederversammlung und Neuwahl eines Präsidium im Januar 2020 sein. Der Fokus soll in Zukunft auf die Nachwuchsarbeit gelegt werden. Erste Anzeichen der Unterstützung durch Sponsoren, aber auch engagierten Eltern gäbe es, teilte der Club mit.

Spielbetrieb bis Saisonende aufrecht erhalten

Wie der MDR berichtet, wolle der Verein zudem den Spielbetrieb mindestens bis zum Ende der Saison aufrecht erhalten. Ein Gespräch zwischen dem Insolvenzverwalter, der Mannschaft und dem Trainer sei positiv verlaufen, auch wenn etwa die Hälfte der Spieler bereit sind den Verein zu verlassen.

Mit der geschätzten Schuldensumme von neun Millionen Euro, ist der Insolvenzverwalter zudem nicht einverstanden, die Summe sei viel zu hoch angesetzt, genaue Zahlen wolle er aber noch nicht bekannt geben. Eröffnet werden soll das Insolvenzverfahren im Januar.

Titelfoto: imago images/opokupix

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