Illegale Waffen: Bundesweit Razzien bei "Migrantenschreck"-Kunden

Die Ware wird nach dem Kauf nach Deutschland geliefert.
Die Ware wird nach dem Kauf nach Deutschland geliefert.  © Screenshot

Frankfurt/Main - Auf der Suche nach illegal im Internet gekauften Schusswaffen haben Zollfahnder in elf Bundesländern Wohnungen und Geschäftsräume von 29 Verdächtigen unter die Lupe genommen.

Den Beschuldigten im Alter von 25 bis 72 Jahren wird zur Last gelegt, 2016 in einem ausländischen Internet-Shop Waffen zum Verschießen von Hartgummigeschossen gekauft zu haben.

Die Seite mit dem unzweideutigen Namen "Migrantenschreck" hat laut Impressum ihren Sitz in Ungarn. Bereits im Juni 2016 fahndete die Staatsanwaltschaft nach dem Betreiber (TAG24 berichtete).

Der Webshop vertreibt neben Waffen ab knapp 300 Euro, auch Munition und weiteres Zubehör. Zudem wirbt die umstrittene Seite mit einem fragwürdigen Neukunden-Rabatt. Auf Youtube werden sogar Videos der Waffen veröffentlicht. Ein Maskierter testet eines der Gewehre, indem er auf ein Bild von Bundespräsident Joachim Gauck (77) zielt.

Bei den Durchsuchungen wurden unterschiedliche Waffen, Munition, Computer und Datenträger sichergestellt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag berichtete. Genaue Zahlen gab es zunächst nicht.

Den Besitzern drohen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

Für den Kauf und den Besitz der Pistolen und Gewehre für Hartgummigeschosse ist in Deutschland eine Erlaubnis notwendig. Die Verwendung dieser Waffen kann zu erheblichen Körperverletzungen führen. Bei der Durchsuchung seien auch einige andere Schusswaffen gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk.

Festgenommen wurde niemand. Die durchsuchten Räume sind außer in Hessen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.


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