Waffen-Narr bedrohte Passanten mit Gewehr

Der 51-Jährige verlor nicht nur seine legalen und illegalen Waffen sondern auch 1200 Euro.
Der 51-Jährige verlor nicht nur seine legalen und illegalen Waffen sondern auch 1200 Euro.

Von Eric Hofmann

Meissen - Wer die ganze Wohnung voller Waffen hat, sollte seine Finger besser vom Alkohol lassen. Tino S. (54) tat das Gegenteil. Nun musste er sich wegen seines verbotenen Arsenals vor dem Meißner Amtsgericht verantworten.

27 Manöverkartuschen, vier Gewehrpatronen, eine Revolverpatrone, ein Butterfly-Messer und eine Knicklaufflinte - alles das hatte der arbeitslose Werkzeugmacher verbotenerweise in seiner Wohnung.

Das hätte wahrscheinlich keiner bemerkt, wenn er sich dort nicht mit einem Kumpel betrunken und angefangen hätte, mit einem Gewehr Leute zu bedrohen. Glücklicherweise schlief er mit seiner Waffe im Treppenhaus ein, bevor jemand verletzt wurde.

In diesem Wohnkomplex hortete Tino S. (51) ein ganzes Waffenarsenal.
In diesem Wohnkomplex hortete Tino S. (51) ein ganzes Waffenarsenal.

Doch warum besaß er das verbotene Zeug überhaupt?

„Das Messer hatte ich vergessen, eigentlich wollte ich aus der Klinge etwas basteln“, sagte er. „Bei den Platzpatronen wusste ich gar nicht, dass das verboten ist, aber so ein Gurt sieht doch gut in der Schrankwand aus.“

Die scharfen Patronen wollte er im Schützenverein, in dem er selbst Mitglied ist, verschenken. Die Flinte sei vom Trödelmarkt, angeblich nicht scharf.

Doch das Landeskriminalamt sah das anders. So kassierte der Waffen-Fan eine Geldstrafe von 1200 Euro.

Außerdem kündigte Richter Andreas Poth (50) an, dass das Landratsamt dem Westernvereinsmitglied auch seine legalen Waffen (Luftgewehre, Samurai-Schwerter, Tomahawk) nehmen wird:

„Alkohol und Waffen vertragen sich nicht - zumindest außerhalb des Wilden Westens“, so der Richter.

Fotos: Holm Helis


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