Erschreckend: So viele Reichsbürger im Nordosten besitzen Waffen

Schwerin - Die Zahl macht nachdenklich: In Mecklenburg-Vorpommern befinden sich aktuell mehr als 97.000 erlaubnispflichtige Waffen in Privatbesitz.

Revolver hängen in der Waffenkammer des Landeskriminalamtes (LKA).
Revolver hängen in der Waffenkammer des Landeskriminalamtes (LKA).  © DPA

Damit ist die Anzahl privater Waffen im Nordosten erneut gestiegen - wenn auch etwas langsamer als im vergangenen Jahr.

Etwa 12.000 der registrierten Menschen gaben an, Jäger zu sein und deshalb eine oder mehrere Schusswaffen zu brauchen.

Das Innenministerium erklärte jedoch nicht zu wissen, wie viele tatsächlich Jäger sind. Um die Waffen kaufen zu können sei zwar ein Jagdschein nötig, ein Jagdrevier brauche man aber nicht.

Unter den Frauen und Männern mit Waffenerlaubnissen sind den Angaben zufolge auch 27 Reichsbürger. 18 von ihnen ist es erlaubt, Schusswaffen zu kaufen, weil sie Jäger oder Sportschützen sind.

Wie viele Waffen sie tatsächlich haben, weiß das Ministerium nach eigenen Angaben aber nicht. Dafür müssten die zuständigen Waffenbehörden jede Fallakte prüfen. Zwar werde versucht, alle Reichsbürger zu entwaffnen. Dies sei aber ein Verfahren, in dem die Betroffenen auch Rechtsmittel einlegen könnten, wovon sie auch Gebrauch machten. Deshalb ziehe sich die Entwaffnung hin.

In den vergangenen Jahren hatte auch die Zahl der Kleinen Waffenscheine stark zugenommen, weshalb sich die Sicherheitsbehörden zunehmend besorgt zeigten.

Neue Zahlen aus dem Nationalen Waffenregister gebe es aber erst zum 1. Januar 2019, hieß es.

Dann sei mit einem weiteren Anstieg der Kleinen Waffenscheine zu rechnen, die den Besitz und die Benutzung von Reizgasen, Signal- und Schreckschusswaffen erlauben. Von 2011 bis 2015 war die Zahl der Scheine nur langsam gewachsen, bis sie im Jahr 2016 von 3768 auf 6906 stieg. Am 1. Januar 2018 waren es bereits 8542 Scheine.

"Deutschland ist eine der sichersten Nationen der Welt", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. Vielmehr gebe es Medien und extremistische Einflüsse, die in der Öffentlichkeit ein anderes Bild zeichneten und so ein Gefühl der Unsicherheit erzeugten.

Künftig soll nach dem Willen der Landesinnenminister der Verfassungsschutz an der Prüfung von Anträgen für einen Waffenschein beteiligt werden. So soll verhindert werden, dass Extremisten in den Besitz von Waffen kommen können.

Titelfoto: DPA


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