Waffenverbotszone nach Hamburger Vorbild: Cottbus hat genug von blutigen Attacken

Cottbus - Als Konsequenz aus den schweren Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen in Cottbus will die Stadtverwaltung in Teilen der Stadt ein Waffenverbot einführen.

Ein Schild "Waffen verboten" ist am Anfang der Reeperbahn in Hamburg an einem Mast befestigt. Vergleichbare Schilder plant auch Kelch für Cottbus. (Bildmontage)
Ein Schild "Waffen verboten" ist am Anfang der Reeperbahn in Hamburg an einem Mast befestigt. Vergleichbare Schilder plant auch Kelch für Cottbus. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Wir sind dazu in Abstimmungen mit dem Innenministerium und der Polizei", sagte Oberbürgermeister Holger Kelch (50, CDU) am Donnerstag.

Diese angestrebte Waffenverbotszone solle auch zum Ziel haben, dass die Polizei leichter Kontrollen machen könne. Kelch betonte zudem: "Wir wollen deutlich machen: Der Rechtsstaat funktioniert."

Laut Innenministerium gibt es bislang in keiner brandenburgischen Stadt eine Waffenverbotszone. Cottbus wäre damit die erste in dem Bundesland.

Am Dienstag war es in Cottbus gehäuft zu Angriffen unter Asylbewerbern - vor allem im Umfeld einer Asylbewerberunterkunft - gekommen, wie TAG24 berichtete. Mehrere Männer wurden dabei verletzt.

In einer Waffenverbotszone - so die Cottbuser Idee - soll das Mitführen von Waffen untersagt sein. Schilder sollen in den betroffenen Gebieten darauf hinweisen. Kelch sagte, dass diese Bereiche nicht nur in der Innenstadt liegen sollen.

Anregungen will sich die Stadt jetzt zunächst in Hamburg holen, wo es bereits seit Dezember 2007 ein Waffenverbotsgebiet (Reeperbahn und Hansaplatz) gibt. Bei Verstößen drohen Geldbußen. Ziel sei es, die Sicherheit zu erhöhen. Schilder weisen auf das Gebiet hin.

Auch in Sachsen gibt es die Idee, eine erste Waffenverbotszone einzuführen - in Stadtteilen von Leipzig. Eigentlich war sie für Anfang des Jahres angekündigt. Kürzlich teilte das Innenministerium mit, dass noch letzte Abstimmungen liefen.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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