Spitzenpolitiker testen Wahl-O-Mat: FDP-Kandidatin bekommt überraschendes Ergebnis

Dresden - Welche Partei soll ich wählen? Bei der Landtagswahl am 1. September haben die Sachsen die Qual der Wahl: Ab sofort hilft der Wahl-O-Mat im Netz. Damit können Sie online testen, welche der 19 Parteien ihren eigenen Vorstellungen am nächsten kommt. Zum Start gab es gleich eine kleine Überraschung.

Kristin Franke von der FDP hatte beim Wahl-O-Mat die CDU ganz vorne.
Kristin Franke von der FDP hatte beim Wahl-O-Mat die CDU ganz vorne.  © Thomas Türpe

Denn zu den ersten, die den Wahl-O-Mat ausprobieren konnten, gehörten Spitzenpolitiker. Alle hatten am Ende auch die größte Übereinstimmung mit ihrer eigenen Partei, nur eine nicht: Kristin Franke (37), Platz zwei auf der FDP-Landesliste.

Auf Platz eins landete bei ihr die CDU mit 71,4 Prozent, dicht gefolgt von ihrer FDP mit 70,2 Prozent. "Ich bin halt keine Parteisoldatin. Vielleicht hätte ich die Fragen zu Cannabis und dem Wolf nicht mit 'neutral' beantworten sollen", so Franke schmunzelnd.

Grünen-Spitzenkandidatin Katja Meier (39) schloss den Test gar mit 100 Prozent-Übereinstimmung mit den Grünen ab, CDU-Generalsekretär Alexander Dierks (31) mit 98,7 Prozent bei der CDU. Bei Linke-Spitzenkandidat Rico Gebhardt (56) waren es 97,4, AfD-Spitzenkandidat Jörg Urban (55) hatte sich nach eigenem Bekunden einmal verdrückt und landete so bei 98 Prozent. Bei SPD-Generalsekretär Henning Homann (39) waren es lediglich 85,7 Prozent Übereinstimmung mit der SPD.

Und so funktioniert der Wahl-O-Mat: Ob Abschiebehaft, CO2-Steuer oder Kopfnoten - mittels 38 Thesen kann der Nutzer herausfinden, wie er selbst zu den Themen steht. Beantwortet werden können sie mit "stimme zu", "neutral" oder "stimme nicht zu". Abgefragt wird z.B. auch, ob der Wolf weiterhin unter strengem Schutz stehen soll oder ob es eine eigenen sächsische Grenzpolizei geben soll. Wer will, kann Themen besonders gewichten. Am Ende spuckt der Wahl-O-Mat die Partei aus, mit der der Nutzer am meisten übereinstimmt. Wie viele Parteien ausgewertet werden, bestimmt der Nutzer.

Das Angebot gibt es bereits zum dritten Mal bei einer sächsischen Landtagswahl. Die Thesen wurden von einer Jugendredaktion erarbeitet und dann an die Parteien zur Beantwortung geschickt. 2014 wurden 280 000 Zugriffe verzeichnet.

Pamela Brandt von der Bundeszentrale für politische Bildung: "Der Wahl-O-Mat kann Appetit machen auf die Wahl, auf Parteien und Themen." Den Wahl-O-Mat finden Sie hier: https://www.wahl-o-mat.de/sachsen2019

Die Spitzenpolitiker konnten als erstes testen.
Die Spitzenpolitiker konnten als erstes testen.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe

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