Wahljahr 2019: Wie weit nach rechts rückt Sachsen?

Dresden - Das Jahr 2019 könnte Sachsens politische Landkarte erheblich umfärben - dank Politikern, die Seiten gewechselt haben. Aber auch dank Wahlen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: die Landtagswahl im September sowie Kommunalwahlen im Mai, darunter in Dresden, Chemnitz und Görlitz.

2019 wird ein Superwahljahr. Kommunalwahlen, Europawahlen und die Landtagswahl könnten die politische Landkarte in Sachsen neu einfärben.
2019 wird ein Superwahljahr. Kommunalwahlen, Europawahlen und die Landtagswahl könnten die politische Landkarte in Sachsen neu einfärben.  © dpa/Matthias Hiekel

In Görlitz wird am 26. Mai der Stuhl des Oberbürgermeisters neu besetzt. Amtsinhaber Siegfried Deinege (63, parteilos) tritt nicht mehr an.

Dafür bewerben sich die Landtagsabgeordneten Franziska Schubert (36, Grüne), Octavian Ursu (51, CDU) und Sebastian Wippel (37, AfD). Wippel könnte der erste AfD-Oberbürgermeister bundesweit werden.

Ebenfalls am 26.5. wählt Dresden. Der Stadtrat wird neu besetzt. Weil die Freien Wähler (FW) auch mit erzkonservativen, aber stadtbekannten Gesichtern antreten, ist ein rechter Block aus NPD, AfD und eben FW möglich. Zu den FW-Gesichtern zählen die frühere Linke und spätere FDP-Frau Barbara Lässig (62) sowie der ehemalige Liberale Jens Genschmar (50).

Im Landkreis Mittelsachsen, wo zuletzt der Freiberger OB aus der SPD austrat, wird der Kreistag gewählt. Im Landkreis Leipzig, wo auch kommunal gewählt wird, wechselte gerade ein ganzer CDU-Verband zu den FW.

Versucht jetzt bei den Freien Wählern ihr Glück: Barbara Lässig (62).
Versucht jetzt bei den Freien Wählern ihr Glück: Barbara Lässig (62).  © Steffen Füssel

Von all dem erhoffen sich AfD und FW Schub für den Landtag, neue Allianzen sind möglich: Die FW bieten der selbsternannten "Bürgerbewegung für Sachsen" ein Dach, die sogar eine Regierungsbeteiligung anstrebt und dafür auch Gespräche mit der AfD nicht ausschließt.

Initiatorin ist Antje Hermenau (54). Die einstige Frontfrau der sächsischen Grünen wirkt inzwischen als Landesgeschäftsführerin der FW.

In dieser Funktion spricht sie sich gegen eine "weitere Vergemeinschaftung" der Kosten für die Flüchtlingsaufnahme aus und glaubt zu wissen: "Die Leute haben das Empfinden, das Normale gibt es nicht mehr, es ist nichts mehr wert."

Stattdessen redet sie nun von "Paradiesvögeln", die angeblich bestimmen, wie "der Rest der Bevölkerung zu leben habe" und verwahrt sich gegen eine "Minderheitendiktatur".

Wird er der erste deutsche AfD-OB? Sebastian Wippel (37) tritt für die Islamfeinde an.
Wird er der erste deutsche AfD-OB? Sebastian Wippel (37) tritt für die Islamfeinde an.  © Steffen Füssel

Titelfoto: dpa/Matthias Hiekel

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0