Umstrittenes Hobby: Hamburger Studentin wird mit Insta-Posts zum Hassobjekt

Hamburg/Malente - Sinah Marie ist eine ganz normale Hamburger Studentin. Für ihren BWL-Abschluss büffelt sie an der Uni, liebt es aber auch, mit ihren Hunden auf der Couch zu liegen. Mit ihrem Freund wohnt sie in einem Dorf bei Malente (Schleswig-Holstein), die beiden erwarten ein Kind.

Sinah Marie zeigt sich gerne mit ihren Hunden - aber auch tote Tiere sind Teil ihres Lebens.
Sinah Marie zeigt sich gerne mit ihren Hunden - aber auch tote Tiere sind Teil ihres Lebens.  © Screenschot Instagram/Waidfräulein

Doch das Hobby der 25-Jährigen kommt bei vielen gar nicht gut an. Denn Sinah Marie geht auch leidenschaftlich gerne auf die Jagd und postet Fotos toter Tiere auf ihrem Instagram-Kanal.

Zu einem Bild, das sie mit einem toten Bock zeigt, schreibt sie: "Schwache Trophäe, angedeuteter Sechser, kurzer stämmiger Träger, Dachrosen, graues Haupt, heimlich. Kompakt. Ein reifer Bock. (...) Meine Güte setzte da das Fieber ein."

Ob totes Wildschwein oder erlegter Maibock, Sinah Marie schreckt vor keiner Aufnahme zurück. Auch das unverarbeitete Fleisch postet sie ganz unverblümt bei Instagram, schreibt "Yummi!" dazu.

Unzweifelhaft ein Kanal, an dem sich die Geister scheiden. Was knapp 13 Tausend Abonnenten gefällt, ist für andere ein rotes Tuch. "Moralisch sehr fragwürdig", schreibt ein User unter ein Bild, das Sinah Marie mit ihrer Waffe vor einem toten Fuchs zeigt. "Ich wünsche dir einen kritischen Nachwuchs, der diese Art der Regulierung nicht akzeptiert und dich deine Prioritäten neu setzen lässt", kommentiert ein anderer.

Doch die Kritik war auch schon mal deutlich feindseliger. Wie Spiegel Online berichtete, geriet die 25-Jährige zuletzt sogar ins Visier von Hatern, die sie nicht nur verbal angriffen. Zunächst habe es Hasskommentare unter ihren Beiträgen gehagelt. Die Verfasser schreiben davon, sie töten, ausweiden, vergewaltigen zu wollen. Lynchjustiz.

Wenig später dann der Übergriff in der realen Welt: Fremde Männer stehen bei Sinah Marie auf dem Grundstück. Erst sind es harmlose Klingelstreiche, dann kommen die Täter jeden Abend, umlagern das Haus, drohen ihr, wollen ihre Hunde vergiften. Doch die Studentin sitzt die Drohungen aus, bis es von alleine wieder aufhört. Ihre Peiniger bleiben unerkannt.

Ihren Instagram-Account hat die 25-Jährige seitdem aber nicht verändert. Auch das Bild mit dem toten Fuchs ist weiter zu sehen. Die Kritik an ihrem Hobby kann sie unterdes nicht nachvollziehen. Immerhin stehe sie auch nachts auf, um verletzte Tiere aus Drähten zu befreien oder angefahrenen Wildtieren den Gnadenschuss zu geben, erklärte sie dem Online-Magazin.

In einem aktuellen Post vom Wochenende schreibt die Studentin: "Jeder darf seine Meinung haben. (...) Ich für meinen Teil gebe vielen Tierschützern recht, Tiere sind die besseren Menschen." Man müsse dennoch bedenken, dass zum Leben auch immer das Sterben gehöre.

"Ob es nun ethisch korrekt ist Erlegungen, die in unser Kulturlandschaft nötig sind zu posten, muss jeder selbst entscheiden", schreibt die 25-Jährige weiter. "Ich finde es nicht verwerflich, weil ich nur das darstelle, was ohnehin passieren muss." Auseinandersetzungen und Kritik in dem Fall könne man akzeptieren, blinden Hass dagegen nicht.

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