Eigentümer wollen Geld! Kostet's bald Eintritt im Wald?

Rostock - Die privaten Waldbesitzer wollen Geld für die öffentliche Nutzung des Waldes.

Wälder dienen oft als Naherholungsgebiete, die Besitzer bekommen nichts dafür.
Wälder dienen oft als Naherholungsgebiete, die Besitzer bekommen nichts dafür.  © dpa/Jens Büttner

"Es geht nicht, dass wir nur auf Nutzung verzichten", sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Ivo von Trotha. "Es gibt einige Branchen, die mit dem Wald Geld verdienen", erläuterte er im Vorfeld einer Diskussionsrunde um eine mögliche "Waldtaxe" am Samstag in Güstrow bei Rostock.

So nutzten Reiterhöfe die Wege, die Tourismuswirtschaft profitiere von Erholungswäldern und die Wasserwirtschaft von der Filterleistung des Waldes. Den Waldbesitzern bleibe nur das Holz.

"Wir dürfen den Wald aber nicht nur als Holzquelle sehen, sondern als Ökosystem", sagte von Trotha. Er habe Bedeutung für den Arten- und Klimaschutz sowie die Wasserreinhaltung. Wenn der private Waldbesitzer statt schnellwachsender Arten Bäume pflanze, die den Nutzen des Ökosystems erhöhen, verzichte er auf Einnahmen.

Ohnehin betrage der Wert des Holzes nach Steuern und Abgaben gerade einmal 20 Prozent des Gesamtnutzens, den der Wald der Gesellschaft bringe. 80 Prozent seien öffentliche Leistungen.

Waldspaziergänge sollen auch weiterhin für jeden möglich sein, versprechen die Waldbesitzer.
Waldspaziergänge sollen auch weiterhin für jeden möglich sein, versprechen die Waldbesitzer.

Derzeit gibt es eine Ausgleichszahlung in Natura 2000-Schutzgebieten etwa dafür, dass Altbäume stehenbleiben und für Klima- und Artenschutz wichtige Gehölze gepflanzt werden. "Das ist ein richtiger Schritt", sagte der Verbandsvorsitzende. "Wir schlagen vor, dass dieses Steuerungssystem auf den gesamten Wald ausgeweitet wird."

Eine andere Möglichkeit der Honorierung wäre die Entlastung der Waldbesitzer von der Grundsteuer für Waldflächen oder von Abgaben an die Wasser- und Bodenverbände. Der Wald speichere und filtere Wasser, dafür dürften Waldbesitzer nicht noch zur Kasse gebeten werden.

Eine Waldtaxe ähnlich wie eine Kurtaxe wird es von Trotha zufolge wohl nicht geben. "Das wäre gegen das Gesetz", sagte er. Der Wald solle weiterhin für jeden zugänglich sein.

Wenn aber Reiter und Kutscher die Wege beschädigen, müssten sie an den Reparaturkosten beteiligt werden. Das ist nach Wissen des Verbandsvorsitzenden in Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht der Fall.


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