Ein Wald für die Wallstraße: City-Flaniermeile soll noch grüner werden!

Dresden - Wird die Wallstraße zur "Waldstraße"? Grüne-Stadtrat Thomas Löser (47) fordert für den kleinen Verbindungs-Park zwischen Postplatz und Dippoldiswalder Platz deutlich mehr Grün.

Aktuell ist der Promenadenring zwischen Postplatz und Dippoldiswalder Platz recht kahl.
Aktuell ist der Promenadenring zwischen Postplatz und Dippoldiswalder Platz recht kahl.  © Eric Münch

Für knapp eine Million Euro hatte die Stadt die Grünfläche entlang von Wallstraße und Marienstraße als wichtigen Teil des Promenadenrings bereits 2018 umgebaut.

Mit sogenannten Großbaumverpflanzern wurden 23 im Jahr 2009 gepflanzte Linden jeweils mit den Wurzeln aus der Erde gezogen und in neue, drei mal drei Meter breite und 1,50 Meter tiefe Gruben umgesetzt.

Damit ist zwar eine Allee entstanden, doch auch reichlich leerer Raum, zumal das ursprünglich geplante "Wasserband" entlang der Trasse nie umgesetzt wurde.

"Auf den Plänen sah alles schön grün aus. In der Realität wirkt es trist, es ist noch reichlich Platz für mehr Bäume", so Stadtrat Thomas Löser (47, Grüne).

Seine Forderung: Eine dritte Reihe mit maximal ebenfalls 23 neuen Bäumen. "Die Stadt sucht dringend neue Standorte, an denen auch große Bäume in Ruhe wachsen können - das wäre einer", so Löser weiter.

Doch die Idee ist innerhalb der Verwaltung umstritten. Die jetzige Variante entspricht dem Siegerentwurf für den Promenadenring, Änderungen daran wären unter Umständen mit den Architekten abzusprechen.

Es gibt jedoch auch Unterstützung. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne) will mit den Räten vor Ort über die Idee sprechen. "Wenn im Sommer der Springbrunnen am Dippoldiswalder Platz sprudelt, werde ich zu einem Spaziergang einladen."

Eine dritte Baumreihe könnte die Fläche aufwerten.
Eine dritte Baumreihe könnte die Fläche aufwerten.  © plancontext/Löser
Stadtrat Thomas Löser (47, Grüne) will mehr Bäume auf dem Innenstadt-Ring.
Stadtrat Thomas Löser (47, Grüne) will mehr Bäume auf dem Innenstadt-Ring.

Be­kom­men der Thea­ter­platz, die Brühl­sche Ter­ras­se und das Re­si­denz­schloss di­gi­ta­le In­fo­screens?

Infotafeln, wie zwischen Residenzschloss und Kulti, sind ok. Mehr sollen es aber nicht werden, wenn es nach der Stadt geht.
Infotafeln, wie zwischen Residenzschloss und Kulti, sind ok. Mehr sollen es aber nicht werden, wenn es nach der Stadt geht.  © Eric Münch

Bekommen der Theaterplatz, die Brühlsche Terrasse und das Residenzschloss digitale Infoscreens?

Wenn es nach dem Freistaat ginge, schon. Denn der würde gerne mit solchen interaktiven Tafeln Werbung für seine Einrichtungen machen.

Bei der Gestaltungskommission stieß die Idee am Freitag allerdings auf wenig Gegenliebe.

Die Idee des Freistaates: Touristen sollen sich an den Tafeln über die Staatlichen Kunstsammlungen, Staatsoper und Staatsschauspiel sowie über Schlösser, Burgen und Gärten informieren und beispielsweise sehen, welche Stücke am Abend gespielt werden.

So soll das Überangebot an Informationen an einer Stelle zusammengefasst werden, erklärt Architekt Alexander Pötzsch (43). Er hat im Auftrag des Freistaates eine Machbarkeitsstudie für den Theaterplatz erstellt.

Bislang gebe es in Dresden lediglich objektgebundene Infoelemente, sagte er.

Von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) kam jedoch gleich der erste Einwand: Die Touristen kämen ja bereits wegen der Angebote und hätten sich vorher im Internet schlau gemacht.

Die Gestaltungskommission kritisierte dagegen vor allem die Tendenz, immer mehr solcher Stadtmöbel in den Innenstädte aufzustellen. Kommissionschef Jürg Sulzer (76) fasste zusammen: "Für den öffentlichen Raum in der Innenstadt von Dresden würden wir das nicht empfehlen."

Wie es nun weitergeht, ist allerdings offen. Die Frage von Stadtrat Thomas Löser (47, Grüne), was der Freistaat mit dem Ergebnis macht, blieb unbeantwortet.

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