Großbrand am Bleiloch-Stausee: Landrat ruft Katastrophenfall aus

Saaldorf - Zwei Tage kämpften die Feuerwehren aus Saaldorf und Umgebung gegen einen Waldbrand, der gleich auf mehreren tausend Quadratmetern wütete.

Die Feuerwehren in Saaldorf mussten sich abseilen, um an das Feuer zu gelangen.
Die Feuerwehren in Saaldorf mussten sich abseilen, um an das Feuer zu gelangen.

Am Nachmittag des Ostersonntags war das Feuer in einem Wald über der Saale ausgebrochen, Zeugen berichteten von einem Knall, der dem Brand vorhergegangen sein soll. (TAG24 berichtete)

Stundenlang kämpften sich die Feuerwehrkameraden nicht nur durch das Unterholz, sondern auch einen Steilhang hinab, denn das Feuer war an einer schwer zugänglichen Stelle ausgebrochen.

Am Morgen des Ostermontags war dann der größte Teil gelöscht, allerdings hatten sich viele Glutnester in dem Gestrüpp gesammelt, die immer wieder ausbrachen.

Am Nachmittag dann die verheerende Meldung: Das Feuer ist auf einer großen Fläche wieder aufgeflammt. Tanklöschfahrzeuge aus der gesamten Umgebung fuhren immer wieder in den Wald, um die Kameraden mit genug Wasser zu versorgen.

Über 130 Feuerwehrleute kämpften bei sommerlichen Temperaturen wieder stundenlang gegen die Flammen, konnten am späten Abend melden, dass die Flammen zurückgedrängt worden waren. Am Dienstagmorgen dann die Meldung, dass das Feuer gelöscht werden konnte, die Einsatzkräfte können nach Hause.

Am Ende brannte auf dem unwegsamen Gelände eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern.

In dem toten Holz flammten immer wieder Glutnester auf.
In dem toten Holz flammten immer wieder Glutnester auf.  © NEWS5/Fricke

Feuer flammt doch wieder auf

Update 13.25 Uhr: Eigentlich dachten die Einsatzkräfte, dass sich ihr Einsatz am Steilhang gelohnt hätte, doch nachdem es schien, als sei das Feuer endlich gelöscht, ist nun wieder eine Rauchsäule über dem Wald zu sehen. Diesmal scheint der Brand allerdings außer Kontrolle geraten zu sein, die Feuerwehren kommen mit dem Löschen nicht mehr hinterher, während sich das Feuer immer mehr durch das trockene Holz frisst.

Ähnlich wie am Ostersonntag soll nun ein Hubschrauber der Bundespolizei angefordert werden, um die Flammen aus der Luft zu bekämpfen. Die Polizei scheint nun aber zumindest den Grund für das Chaos-Feuer gefunden zu haben. Anscheinend wurden in dem Wald Feuerwerkskörper gezündet, entsprechende Rückstände wurden gefunden. Ermittlungen bezüglich Brandstiftung wurden aufgenommen.

Am Dienstagmittag sind die Flammen wieder aufgeflackert.
Am Dienstagmittag sind die Flammen wieder aufgeflackert.  © NEWS5/Fricke

Hubschrauber nicht verfügbar

Update 14.04 Uhr: Die Lage über der Saale wird immer angespannter, das Feuer ist außer Kontrolle geraten und ein angeforderter Hubschrauber ist derzeit nicht verfügbar, alle sind im Einsatz. Das Innenministerium muss erst warten, bis einer der Einsätze beendet ist, bevor Hilfe nach Saaldorf geschickt werden kann.

Hilfe kommt nun aber aus dem benachbarten Bundesland Bayern. Mehrere Feuerwehren werden in der nächsten Zeit anrücken um die Einsatzkräfte aus Thüringen zu unterstützen, die nun schon den dritten Tag in Folge gegen die Flammen kämpfen.

Landrat ruft Katastrophenfall aus

Update 19.09 Uhr: Der am Dienstag wieder aufgeflammte Waldbrand am Bleiloch-Stausee in Südostthüringen hat nach Angaben des Landratsamtes Saale-Orla inzwischen ein Waldgebiet von rund 13 Hektar erfasst. Landrat Thomas Fügmann (CDU) rief am Nachmittag den Katastrophenfall aus, wie das Landratsamt mitteilte. Der am Ostersonntag erstmals ausgebrochene und zwischenzeitlich an mehreren Stellen wieder aufgeflammte Brand an einem Steilhang bei Saaldorf sei bislang nicht von den Feuerwehrleuten in den Griff zu bekommen. Menschen seien nicht in Gefahr. Anwohner wurden aber gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten.

Titelfoto: NEWS5/Fricke

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