Feuer wieder aufgeflammt: Waldbrand nach drei Tagen noch nicht gelöscht

Saaldorf - Der große Waldbrand am Bleiloch-Stausee in Südostthüringen bei Saaldorf ist auch nach drei Tagen noch immer nicht gelöscht.

Die Feuerwehren aus der Umgebung haben Unterstützung aus anderen Bundesländern erhalten.
Die Feuerwehren aus der Umgebung haben Unterstützung aus anderen Bundesländern erhalten.  © NEWS5/Fricke

"Immer wieder gibt es Glutnester, die der Wind weiter anfacht", sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Mittwochmorgen.

Wegen des Brandes in einem steilen Waldgelände hatte der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), am Dienstagnachmittag den Katastrophenfall ausgerufen.

Die Feuerwehrleute hatten den Brand bis dahin nicht in den Griff bekommen, wie das Landratsamt mitgeteilt hatte. Es würden Einsatzkräfte von außerhalb des Saale-Orla-Kreises benötigt. Die in der Region verfügbaren Feuerwehrleute waren wegen der langen Einsatzzeit erschöpft. Einsatzkräfte aus Oberfranken und Würzburg halfen aus, um die brennenden 15 Hektar zu bewässern.

Menschen waren laut Landratsamt nicht in Gefahr. Ein Katastrophenfall werde aber auch ausgerufen, wenn Sachwerte bedroht seien oder eine zentrale Koordinierung der Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen erforderlich sei, teilte die Kreisverwaltung mit. Anwohner wurden gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Über dem bei Wassersportlern und Camping-Freunden beliebten Stausee stand am Dienstag eine weithin sichtbare Rauchwolke.

Das Feuer an dem aufgestauten See der Saale war erstmals am Ostersonntag auf 2000 Quadratmeter Fläche ausgebrochen und am Montagnachmittag zunächst gelöscht gewesen. Wind fachte den Brand am Dienstag wieder an.

Im Einsatz waren Angehörige von Feuerwehren aus zwölf Orten des Kreises. Sie wurden von Kameraden aus Töpen, Lichtenberg und Selb im benachbarten Oberfranken unterstützt. Die Löscharbeiten bei windigem Wetter gestalteten sich laut Katastrophenstab im Landratsamt wegen der Hanglage äußerst schwierig.

Auch die Kriminalpolizei beschäftigt der Brand, sie ermittelt in alle Richtungen. Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Saalfeld am Dienstag.

Nach Polizeiangaben hatten Zeugen kurz vor Ausbruch des Feuers ein knallartiges Geräusch gehört, im Wald wurde die Reste von Feuerwerkskörpern gefunden.

Auch Hubschrauber helfen dabei, das Feuer komplett zu löschen.
Auch Hubschrauber helfen dabei, das Feuer komplett zu löschen.  © NEWS5/Fricke

Höhenretter sollen zur Hilfe kommen

Update 11.07 Uhr: Im Kampf gegen den Großbrand am Bleiloch-Stausee in Südostthüringen sollen Höhenretter an steilen Felswänden mögliche Glutnester bekämpfen. "Die Höhenretter sollen Totholz absägen und in Richtung Saale hinunterwerfen", sagte der Kreisbranddirektor im Saale-Orla-Kreis, Uwe Tiersch, am Mittwoch. Die Einsatzkräfte seien mit Seilen an den Hängen gesichert und könnten mit ihrer Ausrüstung auch mögliche Glutnester löschen.

Bundeswehrhubschrauber soll eingesetzt werden

Update 14.23 Uhr: Ein Hubschrauber der Bundeswehr soll dabei helfen, den Großbrand am Bleiloch-Stausee endgültig zu löschen. Der Helikopter kann etwa 5000 Liter Wasser fassen, sagte der Kreisbrandinspektor des Saale-Orla-Kreises, Uwe Tiersch, am Mittwoch.

Das Feuer bei Saaldorf hat ein rund 15 Hektar großes Waldstück erfasst und brennt auch am Mittwoch weiter, es sei aber unter Kontrolle gebracht worden. In zwei Bereichen haben sich das Feuer aber wieder ausgebreitet, über 100 Einsatzkräfte sind noch immer im Einsatz, darunter auch Höhenretter.

Titelfoto: NEWS5/Fricke

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