Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern: Polizei rüstet sich für Hochrisiko-Spiel

Mannheim - Am Samstag wird es im Carl-Benz-Stadion beim Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern in der Dritten Liga auf und neben dem Platz wieder heiß hergehen. Die Polizei rüstet sich für einen großen Einsatz bei dem Hochrisikospiel.

Vor dem Hinspiel wurde ein völlig erschöpftes Schwein in Mannheim aufgefunden, auf dem Hassparolen der Kaiserslautern-Fans gegen Waldhof-Anhänger geschmiert waren.
Vor dem Hinspiel wurde ein völlig erschöpftes Schwein in Mannheim aufgefunden, auf dem Hassparolen der Kaiserslautern-Fans gegen Waldhof-Anhänger geschmiert waren.  © Tierrettung Rhein Neckar/dpa

"Eine ganze Region freut sich auf das Derby in der 3. Liga. Begeisterung und Emotionen gehören zu einem Fußballfest dazu", wird Andreas Stenger, Präsident der Mannheimer Polizei, in einer Mitteilung zitiert.

Die Fanlager beider Vereine sind stark rivalisiert, in vergangenen Aufeinandertreffen kam es stets zu diversen Ausschreitungen.

So wurde bereits im Vorfeld des Hinrundenmatchs ein mit Hassparolen beschmiertes, völlig erschöpftes und dehydriertes Schwein in Mannheim aufgefunden (TAG24 berichtete).

Unter anderem waren auf dem Tier die Buchstaben "SVW" (für SV Waldhof Mannheim) aufgemalt und durchgestrichen worden. Außerdem soll "Lautern-Schweine gibt es auch in Eurer Stadt" geschrieben worden sein.

Im Fritz-Walter-Stadion ging es bei der Partie selbst hitzig und intensiv zur Sache. Fans des 1. FC Kaiserslautern provozierten den Gegner mit einer riesigen Choregrafie und Bannern, auf denen geschrieben stand: "In den Krallen des Teufels findet ihr den Tod" und "Waldhof verrecke" (TAG24 berichtete). Das Spiel endete 1:1.

Polizei kündigt konsequentes Einschreiten bei Fehlverhalten der Fans an

Hinspiel: Fans vom SV Waldhof stehen im Rauch auf der Gästetribüne des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern.
Hinspiel: Fans vom SV Waldhof stehen im Rauch auf der Gästetribüne des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern.  © Uwe Anspach/dpa

Vor dem jetzt anstehenden Rückspiel haben Waldhof-Fans einen Zug mit einem riesigen Schriftzug beschmiert, auf dem "Homos" geschrieben stand, wobei im Buchstaben "O" ein umgekehrtes Logo des 1. FC Kaiserslautern zu sehen war (TAG24 berichtete).

Damit es nicht zu heftigeren Ausschreitungen kommt, werden mehrere hundert Kräfte der Polizei im Einsatz sein.

"Gewalt und Aggressionen haben weder in noch außerhalb des Stadions ihren Platz. Das hat mit Fußball nichts zu tun! Wir orientieren uns an dem Verhalten der Fans, wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem konsequenten Einschreiten der Polizei rechnen", machte Präsident Andreas Stenger klar.

In einem Video, das die Polizei Mannheim auf Twitter veröffentlichte, machte sie sich außerdem dafür stark, dass es völlig egal sei, ob man Polizist, Waldhof- oder Kaiserslautern-Fan sei - in erster Linie sei man ein Mensch, der Fußball liebt. Da habe Gewalt nichts verloren.

Auch die beiden Kapitäne der Teams, Carlo Sickinger (1. FC Kaiserslautern) und Kevin Conrad (SV Waldhof Mannheim) riefen die Fans in einer gemeinsamen Stellungnahme dazu auf, von Anfeindungen, Hasstiraden, Gewalt und Pyrotechnik abzusehen (TAG24 berichtete).

Da mehr als 23.000 Fans erwartet werden, rät die Polizei zu einer frühzeitigen Anreise und der Nutzung des ÖPNV, der für den Tag sein Angebot ausweitet. Die Eintrittskarte ins Stadion gelte gleichzeitig als Fahrkarte im gesamten VRN-Gebiet. Wer frühzeitig im Stadion ist, bekommt vom SV Waldhof Mannheim an der Süd-, Ost- und Westtribüne Freigetränke spendiert.

Der geplante Spielbeginn am Samstag im Carl-Benz-Stadion ist um 14 Uhr.

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