Kälbchen die Kehle aufgerissen: War es ein Wolf?

Waldkirchen - Vier Schottische Hochlandrinder und zwei Kälber standen verängstigt auf der Weide in Waldkirchen (Erzgebirgskreis), als Sindy Franke (28) Sonntagmorgen zur Fütterung kam.

Sindy Franke (28) suchte vergeblich nach einem Gutachter, der klärt, ob ihre Schottischen Hochlandrinder von einem Wolf angegriffen wurden.
Sindy Franke (28) suchte vergeblich nach einem Gutachter, der klärt, ob ihre Schottischen Hochlandrinder von einem Wolf angegriffen wurden.  © Uwe Meinhold

"Dann entdeckte ich ein lebloses braunes Fellbündel. Ein Kälbchen, das genau in dieser Nacht zur Welt gekommen war und dem jetzt die Kehle fehlte."

Die junge Landwirtin zeigte den Kadaver zwei ansässigen Jägern: "Beide waren sich einig, dass hier ein Wolf am Werk war."

Um das getötete Tier offiziell begutachten zu lassen, versuchte Sindy Franke eine zuständige Behörde zu erreichen: "Doch das erwies sich am Sonntag als aussichtslos. Das sächsische Wolfsbüro war am Wochenende nicht besetzt. Die Wolfsberaterin im Landratsamt war im Urlaub und sonst fühlte sich niemand verantwortlich."

Die Landwirtin ist sauer: "Ich bin bestimmt keine Wolfshasserin, aber für mich bedeutet das gerissene Kalb einen empfindlichen finanziellen Verlust. Da wäre es wichtig, unkompliziert einen kompetenten Ansprechpartner zu finden."

Sophia Liehn (29) vom Wolfsbüro räumte am Montag ein: "Das ist leider nicht optimal gelaufen. Für eine Entschädigung ist es vor allem wichtig, dass der Vorfall innerhalb kurzer Zeit gemeldet wird, und das hat die Tierhalterin getan. Die Begutachtung wird umgehend vorgenommen."

Die Biss-Spuren am Kälbchen deuteten Jäger als typisch für einen Wolf als Verursacher.
Die Biss-Spuren am Kälbchen deuteten Jäger als typisch für einen Wolf als Verursacher.  © Uwe Meinhold
Im Erzgebirge werden immer häufiger Wölfe gesichtet.
Im Erzgebirge werden immer häufiger Wölfe gesichtet.  © DPA