Razzia in Flüchtlingsunterkunft! 400 Polizisten im Einsatz

Waldkraiburg - Rund 400 Polizisten haben am Mittwoch die Flüchtlingsunterkunft im oberbayerischen Waldkraiburg kontrolliert.

Die Durchsuchung dauerte rund zwei Stunden. (Symbolbild)
Die Durchsuchung dauerte rund zwei Stunden. (Symbolbild)  © DPA

In der Außenstelle des Ankerzentrums Manching mit knapp 350 Bewohnern sei es mehrfach zu größeren Ausschreitungen gekommen, begründete die Polizei ihr Vorgehen.

Bei der etwa zweistündigen Aktion wurden ein Betäubungsmitteldelikt und ein Fall von Widerstand gegen Beamte registriert. Zudem wurde ein Flüchtling festgenommen, der wegen einer drohenden Abschiebung untergetaucht und zur Fahndung ausgeschrieben war.

"Wir sehen uns alle Unterkünfte regelmäßig an - und wenn wir sehen, dass recht viele Straftaten passieren, dann ist das ein Grund hinzufahren und die Zimmer und die Bewohner genauer anzuschauen", sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag.

Mit derartigen Einsätzen wolle die Polizei frühzeitig verhindern, dass sich Brennpunkte bildeten oder Situationen entstünden, die ein problemfreies Zusammenleben innerhalb und außerhalb der Unterkunft unnötig erschwerten.

"Wir wollen zeigen: Die meisten Leute, die dort wohnen sind friedliebend - und die sollen sicher in ihrem persönlichen sozialen Umfeld leben können."

400 Polizisten durchsuchen Ankerzentrum Waldkraiburg

Markus Söder bei seinem Besuch der Unterkunft am 9.6.2018.
Markus Söder bei seinem Besuch der Unterkunft am 9.6.2018.  © DPA

Zwischen Ende März und Mitte Dezember 2018 wurden der Polizei zufolge in und um die Einrichtung 92 Straftaten registriert, rund die Hälfte davon Gewalttaten.

Im Juni kam es zu Tumulten mit einer Messerstecherei, als während des Ramadan Kühlschränke aus den Zimmern entfernt werden sollten.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte damals bei einem Informationsbesuch eine restriktivere Asylpolitik.

Flüchtlingshelfer haben immer wieder die oft angespannte Lage in solchen Zentren kritisiert, in denen viele Flüchtlinge teils unterschiedlicher Herkunft über lange Zeit untätig eng aufeinander sitzen.

Titelfoto: DPA

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