Endlich gibt es eine Einigung im Waldwildnis-Streit

Fünf Prozent der Wälder im Freistaat sollen nicht mehr beforstet werden. (Symbolbild)
Fünf Prozent der Wälder im Freistaat sollen nicht mehr beforstet werden. (Symbolbild)  © DPA

Erfurt - Nach langem Streit um die Waldwildnis im Freistaat haben sich Umwelt- und Landwirtschaftsministerium auf die Umsetzung des im Koalitionsvertrag festgelegten Fünf-Prozent-Ziels geeinigt.

"Es ist gelungen, sowohl naturschutzfachliche als auch forstwirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen", sagte Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) am Donnerstag.

Bis 2029 sollen 26.187 Hektar des Waldes in Thüringen von der forstwirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen werden. Bislang hatte man sich nur auf 18.000 Hektar geeinigt. Weitere mindestens 7000 Hektar sollen nun aus Flächen des Nationalen Naturerbes stillgelegt werden.

Außerdem soll am Possen ein 1000 Hektar großer Naturwald auf Flächen der Landesforstanstalt Thüringen-Forst entstehen. Zudem ist dort ein 500 Hektar großer Erholungswald sowie eine Natura-2000-Station geplant. Die Landesforstanstalt soll für ihren Ausfall jährlich knapp 300.000 Euro erhalten.

Der Bund Thüringen bezeichnete die Einigung als "beachtenswerten Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald". "Damit wird auch für Deutschland ein Meilenstein bei der Umsetzung des Ziels fünf Prozent nutzungsfreier Wälder erreicht", sagte der Landesvorsitzende Ron Hoffmann.

Bei der Umsetzungen der im Koalitionsvertrag vereinbarten fünf Prozent Waldwildnis war Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) in der Vergangenheit auf heftigen Protest der Forstwirtschaft, aber auch von Agrarministerin Keller gestoßen.

Titelfoto: DPA


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