AfD-Bundestags-Abgeordneter Droese nach Lübcke-Mord: "Rote Linie überschritten!"

Leipzig - Siegbert Droese (50) ist schockiert. Der Bundestagsabgeordnete der Alternative für Deutschland (AfD) hat sich negativ zu Aussagen eines Extremismus-Experten geäußert, der die AfD teilweise mitverantwortlich am Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (†65, CDU) sieht.

Siegbert Droese (50) sitzt seit September 2017 für die AfD im Bundestag. Die Aussagen des Extremismus-Experten Hajo Funke (74) bezeichnet er als "Rufmord".
Siegbert Droese (50) sitzt seit September 2017 für die AfD im Bundestag. Die Aussagen des Extremismus-Experten Hajo Funke (74) bezeichnet er als "Rufmord".  © Petra Hornig

Der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke (74) hatte die frühere Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach (75) mitverantwortlich dafür gemacht, "dass Lübcke Opfer einer Hetzkampagne geworden ist", sagte er der "FNP". Und auch der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte: "Sie ist ebenso wie die Höckes, Ottes und Weidels durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes", so der 44-Jährige.

Als "Rufmord" bezeichnet der Leipziger Siegbert Droese derartige Aussagen.

"Ich weise diese ungeheuerliche Anschuldigung auf das Schärfste zurück. Herr Funke tritt seit Jahren auf allen Nachrichtensendern als sogenannter Extremismus-Experte auf und hat dabei vor allem die AfD im Visier", so der 50-Jährige.

Es sei zwar für jeden Journalisten legitim, sich kritisch zur Politik von Parteien zu äußern, aber: "Die rote Linie ist überschritten, wenn Herr Funke Politiker der AfD wie Höcke und Kalbitz in einen direkten Zusammenhang mit dem Mord an Walter Lübcke stellt.

Kopfschuss richtete Lübcke hin

Der Kasseler Regierungspräsident wurde vor zweieinhalb Wochen mit einem Kopfschuss im Garten seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha gefunden (TAG24 berichtete). Lübcke hatte sich für Flüchtlinge stark gemacht. Die Bundesanwaltschaft vermutet einen rechtsextremistischen Hintergrund.

Droese: "Die laufenden Ermittlungen haben bislang noch keine klaren Ergebnisse gezeitigt. Für Herrn Funke stehen aber die Täter fest - die AfD. Das hat nichts mit seriösen Journalismus zu tun."

Der Bundestagsabgeordnete rate seiner Partei daher, sich juristische Schritte gegen Hajo Funke vorzubehalten.

Walter Lübcke (†65) wurde auf der Terrasse seines Hauses erschossen.
Walter Lübcke (†65) wurde auf der Terrasse seines Hauses erschossen.  © Uwe Zucchi/dpa

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