Hasskommentare nach Mord an Walter Lübcke: Politiker werden im Netz zu "Freiwild"

Kassel - Angesichts des Mordfalls Lübcke fordert der Landrat des Kreises Kassel mehr Engagement bei der Bekämpfung strafrechtlich relevanter Meinungsäußerungen in den sozialen Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen.

Uwe Schmidt (SPD) ist der Landrat des Kreises Kassel.
Uwe Schmidt (SPD) ist der Landrat des Kreises Kassel.  © DPA

"Es kann nicht sein, dass Politiker und Leiter von Behörden, die sich für unser Gemeinwohl einsetzen, im Internet zu Freiwild erklärt werden", sagte Uwe Schmidt (SPD) am Mittwoch.

Durch Hasskommentare in sozialen Medien und durch eine zunehmende Verrohung der Sprache in der politischen Auseinandersetzung werde der Boden dafür bereitet, dass Gewalt gegen Andersdenkende zunehme.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden und später gestorben. Ein 45-jähriger Verdächtiger sitzt deswegen in Untersuchungshaft, der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus.

Die Tötung Lübckes hatte teils hämische Kommentare aus dem mutmaßlich rechten Spektrum in den sozialen Netzwerken ausgelöst.

Ein Bild von der Trauerfeier für den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.
Ein Bild von der Trauerfeier für den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.  © DPA

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