Lübcke-Mord: Rechtsextreme wollen in Kassel demonstrieren, linke Gegendemo geplant

Kassel - Weniger als zwei Monate nach dem Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) wollen Rechtsextreme in Kassel demonstrieren.

Das Foto aus dem Mai 2019 zeigt eine Demonstration der Partei „Die Rechte“ in Dortmund.
Das Foto aus dem Mai 2019 zeigt eine Demonstration der Partei „Die Rechte“ in Dortmund.  © DPA/Johannes Neudecker

Zudem soll es eine linke Gegendemo geben.

Man habe Kenntnis, dass von beiden Seiten Anmeldungen für den 20. Juli vorlägen, sagte ein Sprecher der Polizei in Kassel am Montag.

Die Kleinstpartei "Die Rechte", welcher der Verfassungsschutz ein rechtsextremistisches Potenzial zuschreibt, hat auf ihrer Internetseite zu einer Demo aufgerufen.

Sie spricht von einer gezielten Instrumentalisierung des Attentats auf den CDU-Politiker, mit dem Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gerückt würden.

"Schluß mit der widerlichen Instrumentalisierung des Lübcke-Attentats – Stoppt die Hetze gegen 'Rechts'!", heißt es wörtlich auf der Website der Partei.

Gegen die rechte Demo wollen linke Gruppierungen unter dem Motto "Naziaufmarsch verhindern" auf die Straße gehen.

Debatte um rechtsextreme Gewalt und rechte Hetze

Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden.
Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden.  © dpa/Swen Pförtner

Man bereite sich auf den Einsatz vor, um einen störungsfreien Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten, sagte der Polizeisprecher.

Angaben zur erwarteten Zahl der Demonstranten machte er nicht.

Die Rechten hätten 100 Teilnehmer angegeben, die Linken 1000. "Die Angaben müssen aber nicht mit der Realität übereinstimmen", erklärte die Polizei.

Die Stadt Kassel bestätigte, dass "Die Rechte" eine Versammlung für den 20. Juli angemeldet habe. Da zuvor auch weitere Kundgebungen angemeldet worden seien, werde die Stadt zunächst alles sichten und prüfen.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden (TAG24 berichtete). Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen (TAG24 berichtete).

Der Mord an dem CDU-Politiker hatte eine bundesweite Debatte um rechtsextreme Gewalt und rechte Hetze ausgelöst.

Titelfoto: DPA/Johannes Neudecker


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