Mord an Walter Lübcke: War es doch eine rechtsextreme Terror-Zelle?

Berlin/Kassel - Die Bundesanwaltschaft geht Medienberichten zufolge Hinweisen nach, dass es im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke mehrere Täter gegeben haben könnte. War es also doch die Tat einer rechtsextremen Terror-Zelle?

Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden.
Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden.  © DPA

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR will ein Zeuge in der Tatnacht zwei Autos bemerkt haben, die in "aggressiver Manier" durch den Wohnort Lübckes fuhren.

20 Minuten zuvor habe der Zeuge, ein ehemaliger Bundeswehrsoldat, einen Schuss gehört.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schussverletzung am Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha unweit von Kassel entdeckt worden, wenig später war er gestorben (TAG24 berichtete).

Er habe, so der Zeuge, den Eindruck gehabt, als hätten sich die beiden Autofahrer verfahren. Eines der Fahrzeuge sei ein Volkswagen Caddy gewesen, das andere habe der Mann nicht beschreiben können, heißt es in dem Bericht. Später hätten die Ermittlungen ergeben, dass der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan E. aus Kassel einen solchen VW Caddy fahre, der auf seine Frau zugelassen sei.

Stephan E. hatte am Tatort auch eine DNA-Spur hinterlassen, seit Sonntag sitzt er unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft (TAG24 berichtete).

Angeblich Morddrohungen gegen Lübcke in rechtem Blog

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (65) wurde mit einem Kopfschuss ermordet.
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (65) wurde mit einem Kopfschuss ermordet.  © DPA

Bislang hatten die Sicherheitsbehörden erklärt, es gebe keine Hinweise auf weitere Mittäter oder eine terroristische Vereinigung.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte am Dienstag, ob der Tatverdächtige allein gehandelt habe oder Teil eines Netzwerks, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war in der Vergangenheit wegen seines Engagements für Flüchtlinge von Angehörigen der rechten Szene angefeindet worden.

Nach Lübckes Tod wurde zudem bekannt, dass in einem rechtsradikalen Blog angeblich Morddrohungen gegen den Kasseler Regierungspräsidenten ausgesprochen wurden.

In dem Blog wurde demnach auch die Privatadresse Lübckes veröffentlicht (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA (Fotomontage)

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0