Spendete mutmaßlicher Lübcke-Killer an Björn Höckes AfD-Zweig?

Erfurt/Kassel - Nach dem brutalen Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke, konnte am Samstagmorgen ein Verdächtiger festgenommen werden. Dessen Spuren scheinen auch zur AfD zu führen.

Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden.
Walter Lübcke war auf der Terrasse seines Hauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden.  © DPA (Fotomontage)

Wie die Zeit berichtet, soll der Verdächtige Stephan E. Ende 2016 eine Spende an die AfD getätigt haben, genauer, an den Thüringer Landesverband von Björn Höcke.

150 Euro sollen damals registriert worden sein und von E. stammen. Der Pressesprecher der Partei, Torben Braga, konnte das zunächst weder bestätigen noch dementieren, da dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.

Dennoch distanzierte er sich scharf von Stephan E., die Partei stehe in keinerlei Verbindung zu ihm.

"Wir haben nie Zweifel daran gelassen, dass wir jede Form von Gewalt aufs Schärfste verurteilen, dies gilt selbstverständlich auch für die abscheuliche Tat gegen Walter Lübcke", so Braga weiter.

Am Abend meldete sich der Landesverband dann wieder, könne nun ausschließen, dass es eine Spende von E. an den Landesverband gegeben habe. Unklar also, wo die Spende des Tatverdächtigen landete und was mit dem Geld geschah.

Stephan E. hat Verbindung in rechtsextreme Szene

Nach Informationen des Spiegels soll der Tatverdächtige zumindest in der Vergangenheit auch im Umfeld der hessischen NPD aktiv gewesen sein.

Vor zehn Jahren sei er auch an Angriffen von Rechtsradikalen auf eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes am 1. Mai 2009 in Dortmund beteiligt gewesen. Er sei damals wegen Landfriedensbruchs zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seither sei er nicht mehr als extremistisch aufgefallen, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb wenig später im Krankenhaus.

Der Regierungspräsident war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen.

Björn Höcke, hier bei einer Landtagssitzung, wies der Verdacht einer Spende des Tatverdächtigen an seinen Landesverband ab.
Björn Höcke, hier bei einer Landtagssitzung, wies der Verdacht einer Spende des Tatverdächtigen an seinen Landesverband ab.  © DPA

Titelfoto: DPA (Fotomontage)

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