Am Strand von beliebter Nordsee-Insel schlummern gefährliche Überbleibsel

Wangerooge - Bevor auf Wangerooge die Bade- und Sandburgensaison startet, rücken im März die Kampfmittelräumer an.

Die Kampfmittelräumer Hans Warfsmann (links) und Ernst Bourseaux arbeiten am Strand von Wangerooge.
Die Kampfmittelräumer Hans Warfsmann (links) und Ernst Bourseaux arbeiten am Strand von Wangerooge.  © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Bei zuvor nicht abgesuchten Flächen "kommt es gut und gerne auch mal zu 60, 70, 80 Kampfmittelfunden auf 20, 25 Hektar", erzählt Kampfmittelräumer Hans Warfsmann.

Nach Angaben der Kurverwaltung werden jedes Jahr Zehntausende Kubikmeter Sand vom Osten der Insel verladen, um den von Sturmfluten weggespülten Hauptstrand aufzufüllen.

Vorsichtshalber wird der vorm Transport zum Zentrum nach Kampfmitteln abgesucht - denn unter Wangerooges Erde schlummerte schweres Erbe: "6600 Bomben wurden auf die kleine Insel abgeworfen", so Warfsmann, um die zur Festung ausgebaute Stellung vor dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven zu Ende des Zweiten Weltkriegs zu zerstören.

Statistiken zufolge blieben 10 bis 15 Prozent als Blindgänger liegen, "im Schnitt 660 scharfe Bomben".

Mittlerweile sind Warfsmanns Einschätzung nach rund 90 Prozent der Insel munitionsfrei, "was sehr viel ist. Da kommen einige Städte lange nicht hin." Allerdings werden bis heute Kampfmittel aus dem Meer angespült.

"In den Nachkriegsjahren sind circa 1,6 Millionen Tonnen Bomben, Granaten und Minen vor den Inseln verklappt worden."

Der Badestrand von Wangerooge muss von Kampfmitteln geräumt werden.
Der Badestrand von Wangerooge muss von Kampfmitteln geräumt werden.  © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Titelfoto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

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