Zu wenig Kameraden! Nordsee-Insel prüft Einführung der Pflicht-Feuerwehr

Wangerooge - Auf der Nordsee-Insel Wangerooge leben rund 1350 Einwohner. Das Interesse dieser an der Freiwilligen Feuerwehr ist allerdings verschwindend gering.

Ein Mitarbeiter überprüft das Feuerwehrfahrzeug.
Ein Mitarbeiter überprüft das Feuerwehrfahrzeug.  © Carmen Jaspersen/dpa

Daher entscheidet der Gemeinderat der ostfriesischen Insel am Dienstag (20.30 Uhr) über die Einführung einer Pflichtfeuerwehr.

Die Insel hat Schwierigkeiten, die nötige Mindestbesetzung von 26 Mitgliedern bei der Freiwilligen Feuerwehr zu erreichen.

Das Niedersächsische Brandschutzgesetz erlaubt die Verpflichtung von Bürgern für den Feuerwehrdienst, wenn es nicht genügend Freiwillige gibt.

Sollte sich der Gemeinderat zu der entsprechenden Änderung der Gemeindesatzung entscheiden, wäre es das erste Mal in Niedersachsen, dass eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet wird.

Nach Auskunft des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes ist die Situation auf Wangerooge nicht typisch: In den meisten anderen Kommunen gebe es auch dank einer aktiven Kinder- und Jugendarbeit keine Schwierigkeiten, genügend Freiwillige für die Feuerwehren zu gewinnen, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse.

Insulaner flüchten vor hohen Wohnkosten auf das Festland

Die Feuerwehr sprengt am Strand von Wangerooge einen Torpedo in die Luft.
Die Feuerwehr sprengt am Strand von Wangerooge einen Torpedo in die Luft.  © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Derzeit arbeiten seinen Angaben zufolge landesweit rund 130.000 aktive Feuerwehrleute in Niedersachsen.

"Nach meinem Eindruck ist das eher ein Problem auf den Inseln, weil dort wegen des teuren Wohnraums sich viele Insulaner eine Wohnung nicht mehr leisten können und aufs Festland ziehen", sagte Banse. Das sei auch das Problem in Schleswig-Holstein, etwa auf Sylt, wo 2005 bundesweit zum ersten Mal seit 1945 eine Pflichtfeuerwehr eingeführt wurde.

Auch nach Aussagen des niedersächsischen Innenministeriums ist in den vergangenen Jahren die Zahl der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte in dem Land gestiegen.

Allerdings hofft Wangerooges Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf immer noch, dass sich nun genügend Freiwillige finden und niemand zwangsverpflichtet werden muss. Die Gemeinde schrieb 230 der rund 1350 Inselbewohner an, die theoretisch für den Feuerwehrdienst in Frage kommen könnten - Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren wurden gleichermaßen gefragt.

Bislang habe es eine Rückmeldung gegeben. Vielleicht sei den meisten Insulanern noch nicht bewusst, in welcher Situation sich die Freiwillige Feuerwehr auf der Insel befinde.


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